SWIFT-Blockchain-Pilotprojekt für Banken-Transfer ist "gut gelaufen"

Der Finanznachrichtendienst SWIFT und 34 globale Transaktionsbanken wollten wissen, ob der Proof-of-Concept (PoC) der Distributed-Ledger-Technologie (DLT) (Blockchain) dabei helfen kann, Nostrokonten miteinander abzugleichen. Dazu wurde heute, 8. März, ein Bericht veröffentlicht, der das mit positiven Ergebnissen belegt.

Ein Nostrokonto ist das Konto einer Bank in einer anderen Währung bei einer anderen Bank. Bereits im April 2017 hatte SWIFT angekündigt, dass sie die Hyperledger-Plattform als Grundlage für die Aktualisierung seiner Vorgehensweise bei grenzüberschreitenden Zahlungen auf dem Markt verwenden würde. Dies war auch in Zusammenarbeit mit der australischen und neuseeländischen Bankengruppe BNP Paribas, BNY Mellon und anderen geplant.

Das Testprojekt von SWIFT hat im Juli 2017 22 weitere Banken eingeschlossen, darunter die Commerzbank, die Societe Generale und die JPMorgan Chase Bank.

Die Pressemitteilung von SWIFT über den jetzt veröffentlichten Bericht über das Projekt von Bank zu Bank erklärt, dass der PoC herausfinden wollte, ob eine Kombination aus DLT- und SWIFT-Vermögenswerten eine "industrieweite Steuerungs-, Sicherheits- und Datenschutzanforderungen" erfüllen kann. Außerdem sollte er zeigen, welche Vorteile seine Verwendung gegenüber anderen Anwendungen hat.

Die 34 teilnehmenden Banken hatten jeweils ihre eigene Node in einer SWIFT-DLT-Sandbox, hinter der die Technologie des Hyperledger Fabric v1.0 steckte.

Die Ergebnisse des PoC zeigten, dass die DLT die Funktionen für einen Nostrokonten-Abgleich bieten kann. Darunter fallen auch "Echtzeit-Reaktionen auf Ereignisse, Transaktionsstatus-Updates, vollständige Audit-Trails, Sichtbarkeit der erwarteten und verfügbaren Salden, Echtzeit Bestätigung von vereinfachten Kontoeinträgen, Identifizierung von ausstehenden Einträgen und potenziellen Problemen sowie [...] Daten, die für die Unterstützung von Regulierungsmeldungen erforderlich sind" .

Damien Vanderveken, der Leiter für Forschung und Entwicklung bei SWIFT, sagte in der Pressemitteilung:

"Das PoC ist sehr gut gelaufen und hat die großartigen Fortschritte aufgezeigt, die insbesondere durch DLT und dem Hyperledger Fabric gemacht wurden."

In der Pressemitteilung heißt es auch, dass durch DLT Fortschritte bei der Datenvertraulichkeit und Sicherheit, Steuerung und ID-Frameworks gemacht wurden. Das ist ein Beweis dafür, dass diese neue Technologie "Multi-Bank-Finanz-Anwendungen" unterstützen kann .

Stephen Gilderdale, der Leiter der Plattform-Abteilung von SWIFT, erklärte, dass es für SWIFT eine strategische Priorität sei, sich mit DLT zu befassen:

"Wir arbeiten bereits an neuen PoCs und werden uns weiterhin mit R&D beschäftigen. Damit wollen wir sicherzustellen, dass SWIFT-Kunden die bestehende SWIFT-Infrastruktur und -Konnektivität nutzen können, um die Vorteile der Blockchain-Dienste, die von SWIFT oder Dritten angeboten werden, auf einer sicheren und vertrauenswürdigen Plattform zu genießen."

In der Pressemitteilung wurde jedoch erklärt, dass bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden müssten, bevor die Finanzindustrie DLT in großem Umfang nutzen kann. Unter diesen Voraussetzungen fallen beispielsweise die Umstellung von Kontoservern auf Echtzeit-Liquiditätsberichterstattung und -verarbeitung.

Die DLT-Technologie wird auch noch weiter entwickelt werden müssen, um eine große globale Infrastruktur unterstützen zu können. Die Pressemitteilung gibt das Beispiel, dass 10.000 Kanäle nötig wären, um alle gegenwärtigen Nostro-Beziehungen abzudecken. In der Studie wurden allerdings nur 528 verwendet.

Laut dem SWIFT-Bericht soll als nächstes die Community dazu ermutigt werden, die Liquiditätsberichterstattung und -verarbeitung in Echtzeit zu nutzen und auch die Plattform soll so weit entwickelt werden, dass sie "mit DLT-Fähigkeiten ergänzt" werden kann .