Schweiz: Start-up will Kryptowährungsbank eröffnen

Das Start-up SEBA Crypto AG aus der Schweiz hat umgerechnet rund 88 Mio. Euro für die Eröffnung einer Bank gesammelt, die kryptowährungsbezogene Dienstleistungen anbietet, wie Reuters am 26. September berichtete.

SEBA wird Berichten zufolge von ehemaligen UBS-Bankiers geleitet, dabei sind Guido Bühler der CEO und Andreas Amschwand im Vorstand. Das Unternehmen plant, eine Bank- und Wertpapierhändlerlizenz bei der Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA zu beantragen. Eine Lizenz würde es dem Unternehmen ermöglichen, Kryptohandel zu betreiben und Investitionen für andere Banken und qualifizierte Investoren zu tätigen.

Bühler sagte gegenüber Reuters, dass SEBA eine Brücke zwischen dem traditionellen Bankwesen und der Kryptowährungsbranche schlagen wolle. Das Start-up beabsichtigt auch, Unternehmensfinanzierungen anzubieten, darunter auch Beratungen zu Initial Coin Offerings (ICOs) und anderen Dienstleistungen im Zusammenhang mit digitalen Vermögenswerten für Firmenkunden. Amschwand kommentierte:

"In der Schweiz haben wir verschiedene Behörden, die ein umfassendes regulatorisches Umfeld für die Entwicklung der Blockchain-Technologie und das nachhaltige, stabile Wachstum der von Krypto-Vermögenswerten schaffen wollen."

SEBA soll die Absicht haben, seine Aktivitäten auf wichtige Finanzzentren auszuweiten. Den Anfang macht das Unternehmen 2019 in Zürich. Zu den Investoren, die SEBA finanziert haben, gehören Unternehmen wie BlackRiver Asset Management und Summer Capital aus Hongkong sowie andere Unternehmen aus der Schweiz, Singapur, Malaysia, China und Hongkong .

Anfang des Monats hat die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) grundlegende Richtlinien für Banken herausgegeben, die mit Blockchain-Start-ups arbeiten, um einen massiven Krypto-Exodus aus der Schweiz aufgrund von regulatorischen Arbitragen zu verhindern.  

Laut dem von der SBVg veröffentlichten Plan sollten Blockchain-Firmen ohne Initial Coin Offerings (ICOs) wie andere kleine und mittlere Unternehmen behandelt werden. Unternehmen mit ICOs müssen strenge Regeln einhalten und fallen in den Zuständigkeitsbereich der Schweizer Gesetze zur Bekämpfung von Geldwäsche (AML) und Know-Your-Customer (KYC)-Regelungen.

Im August begann die Maerki Baumann Privatbank, Krypto-Vermögenswerte aus Zahlungen für erbrachte Dienstleistungen sowie aus dem Krypto-Mining anzunehmen. Maerki Baumann erklärte, dass sie zwar nicht bereit sei, direkte Kryptowährungsinvestments anzubieten, aber "Experten" für Kunden zur Verfügung stellen werde, die an Krypto-Investments interessiert sind.

Im Juni hat die Hypothekarbank Lenzburg als erste Bank in der Schweiz Geschäftskonten für Blockchain- und kryptobezogene Fintech-Unternehmen angeboten. Allerdings ist die Bank Berichten zufolge bei der Annahme von Neukunden sehr wählerisch und hat im Juni nur zwei Unternehmen aus der Kryptoindustrie angenommen.