Britisches Finanzkomitee untersucht Krypto-Auswirkungen auf Unternehmen und Investoren

Das Finanzkomitee des britischen Parlaments wird eine Untersuchung zu Kryptowährungen und deren Auswirkungen auf britische Investoren und Unternehmen einleiten. Das geht aus einem Bericht von BBC von heute, 22. Februar, hervor.

Der Anlass für die Untersuchung war einerseits das weltweit steigende Interesse an Kryptowährungen und andererseits der kürzliche Aufstieg und Fall des Kryptomarkts in diesem Jahr.

Die Vorsitzende des Finanzkomitees Nicky Morgan sagte gegenüber BBC, dass sie Leute schützen wolle, die sich "möglicherweise nicht darüber bewusst sind, dass Kryptowährungen im Vereinigten Königreich derzeit nicht reguliert sind". Aber sie möchte die Innovation der Blockchain-Technologie nicht behindern, die hinter digitalen Währungen steckt.

Morgan sagte gegenüber BBC:

"Das Finanzkomitee wird sich die potenziellen Risiken ansehen, die digitale Währungen für Verbraucher, Unternehmen und Regierungen darstellen könnten. Auch solche, die sich auf Volatilität, Geldwäsche und Cyberkriminalität beziehen. Wir werden auch die potenziellen Vorteile von Kryptowährungen und die Technologie, die ihnen zugrunde liegt, untersuchen. Dabei sehen wir uns auch an, ob sie innovative Möglichkeiten schaffen können und inwieweit sie die Wirtschaft zerrütten und traditionelle Zahlungsmittel ersetzen könnten."

Das Komitee wird laut BBC die Schlüsselfragen bei Kryptowährungen untersuchen. Nämlich die Fragen, ob sie jemals traditionelle Zahlungssysteme ersetzen könnten und welche Vorteile sie für die Öffentlichkeit, Unternehmen und Regierungen bringen.

Bezüglich einer Regulierung wird der Ausschuss Informationen darüber einholen, ob eine Regulierung "Vorteile für Kryptowährungs-Start-Ups bringen kann, indem das Verbrauchervertrauen verbessert wird". Außerdem wird untersucht, wie andere Länder an die Regulierung von Kryptowährungen herangegangen sind.

Das House of Lords, Großbritanniens Oberhaus des Parlaments, hatte im November vergangenen Jahres empfohlen, Blockchain-Technologien zu erforschen. Dabei sollen die Möglichkeiten für Regierungsdienste wie die nationale und öffentliche Sicherheit, Gesundheitsversorgung, Cybersicherheit und Zoll und Einwanderung untersucht werden.

Der Direktor der Bank of England (BoE) Mark Carney sagte am 20. Februar, dass Kryptowährungen seiner Meinung nach als Währung "gescheitert sind". Aber die Blockchain-Technologie könnte sich für Finanztransaktionen "immer noch als nützlich erweisen".

Der Gedanke, Blockchain ohne Kryptowährungen zu nutzen, kam bereits 2016 auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos in einem negativen Kontext auf. Der Krypto-Investor und Cryptocash-Gründer Guido Rudolphi sagte, dass Unternehmen, die Bitcoin (BTC) ohne Bitcoin-Technologie verwenden, scheitern werden.

Im November 2017 sagte der UBS-Vorsitzende Axel Weber, dass Blockchain ohne Kryptowährungen für Banken nützlich sein kann. Denn damit behalten sie ihr Währungsmonopol und haben gleichzeitig Zugang zu den neuen Technologien.