US-Zollamt testet Blockchain-Sendungsverfolgungssystem

Eine der größten Regierungsbehörden in den USA, das Amt für Zoll und Grenzschutz (CBP), möchte einen praktischen Anwendungsversuch für ein Blockchain-basiertes Sendungsverfolgungssystem durchführen, so berichtet die Nachrichtenagentur GSN am 24. August.

Beim bevorstehenden Test möchte die CBP wohl zwei separate Systeme kombinieren: das traditionelle CBP Sendungssystem und eine Blockchain-gestützte Plattform, die wiederum von einer angehörigen Behörde entwickelt wurde und zwar von der übergeordneten Grenzschutzbehörde, dem Ministerium für Heimatschutz (Department of Homeland Security).

Die Testergebnisse sollen aufzeigen, inwiefern die Distributed-Ledger-Technologie (DLT) genutzt werden kann, um den Verifizierungsprozess von Zertifikaten aus Partnerländern des nordamerikanischen Freihandelsabkommen und des zentralamerikanischen Freihandelsabkommens zu optimieren. Außerdem soll der zeitraubende Vorgang der Neueinreichung von Sendungsdaten dadurch ebenfalls hinfällig werden.

Des Weiteren beabsichtigt die Behörde, Standards bei der Zusammenwirkung verschiedener Blockchains festzulegen, damit möglichst jedes Unternehmen und jegliche Software problemlos mit dem Zollamt verbunden werden kann, ohne zusätzliche Anpassungen vornehmen zu müssen.

Vincent Annunziato, der CBP-Direktor der Abteilung für Transformation & Innovation, meint, dass zur Zeit die meisten Blockchain-Plattformen noch nicht kompatibel genug sind, wobei er betont, dass Datensicherheit „den höchsten Stellenwert habe“.  

Zusätzlich entwickelt die CBP wohl auch einen Machbarkeitsnachweis (Proof-of-Concept) für ein System  zum Umgang mit immateriellen Gütern. In diesem Kontext betont Annunziato, dass ein erfolgreicher Test des Blockchain-Projekts den Kunden ermöglichen soll, nachzuvollziehen, ob ein bestimmtes Produkt echt ist oder gefälscht.

Laut GSN kooperiert das CBP wohl auch mit Blockchain-Start-Ups, darunter Factom und das DHS Wissenschafts- und Technologie-Direktorat (S&T), wobei man an einem Projekt arbeitet, dass den Datenklau von Sensoren und Kameras an Grenzanlagen verhindern soll. Laut Berichten kommt das Projekt in Texas schon seit 6 Monaten bei einem ersten Test zum Einsatz.

Zuvor hatte das DHS im Frühjahr 2017 angekündigt, Blockchain-Technologie zur Absicherung bei der Datenübertragung und Datenspeicherung von Überwachungskameras und Sensoren zu nutzen. Dadurch sollen Datenmanipulation und Datenklau bei entsprechenden Geräten an Grenzanlagen und Flughäfen vermieden werden.

Diesen Monat hatte der Tech-Riese IBM und das dänische Logistikunternehmen Maersk ein gemeinsames Blockchain-Projekt  für Güterversand ins Leben gerufen. Am Projekt „TradeLens“ nehmen 95 Organisationen teil, wobei bisher schon 154 Mio. Sendungen verzeichnet wurden.