Visa: Start des digitalen Blockchain-Identitätssystems mit IBM in Q1 2019

Visa macht sich für den Start seines digitalen Blockchain-Identitätssystems für grenzüberschreitende Zahlungen im ersten Quartal 2019 bereit, wie aus einer Pressemitteilung vom 21. Oktober hervorgeht.

Das System namens Visa B2B Connect wird eine Blockchain-basierte, digitale Identitätslösung für Finanzinstitute zur sicheren Abwicklung grenzüberschreitender Zahlungen bieten. Berichten zufolge tokenisiert das System empfindliche Geschäftsdaten, wie zum Beispiel Bankdaten und Kontonummern, und gibt ihnen ein eindeutiges kryptografisches Identifizierungszeichen, das für Transaktionen auf der Plattform verwendet wird.

Kevin Phalen, der globale Leiter bei Visa Business Solutions, glaubt, dass das System bei der Unterbindung von Betrug helfen werde:

"Die digitale Identität von B2B Connect reduziert die Möglichkeit von Betrug, die heutzutage bei Schecks, ACH und Überweisungen gegeben sind, in erheblichlem Maße. Außerdem hilft sie Unternehmen dabei im Rahmen des regulierten Finanzökosystems durchgehend regelkonform zu bleiben."

Aus technischer Sicht wird die Lösung ein Hyperledger Fabric Framework bei den "Kern-Vermögenswerten" von Visa integrieren. Hyperledger Fabric wird von der Linux Foundation gehostet und wurde mit Unterstützung von IBM entwickelt. Das wird laut der Pressemitteilung ein skalierbares, auf Genehmigungen basierendes Netzwerk für den Einsatz im Finanzsektor schaffen.

Jason Kelley, der Geschäftsführer von IBM Blockchain Services, soll gesagt haben, dass das System eines der "überzeugendsten Beispiele dafür ist, wie Blockchain das Zahlungswesen transformiert".

Der Fintech-Anbieter Bottomline Technologies - der laut der Pressemitteilung 1.200 Finanzinstitute als Kunden hat - kooperiert ebenfalls mit Visa im Rahmen des B2B Connect-Systems. Diese Partnerschaft soll es "gemeinsamen Finanzinstitutskunden" ermöglichen, auf das System zuzugreifen.

Wie im vergangenen Monat berichtet wurde, ist Thailands viertgrößte Bank, die Kasikornbank, erst kürzlich der B2B Connect Initiative für grenzüberschreitende Unternehmenszahlungen beigetreten.

Laut der Visa-Webseite wurde B2B Connect erstmals 2017 präsentiert. Die ersten Partner, die im Rahmen eines Pilotprojekts Zahlungen vor der kommerziellen Einführung verarbeiteten, waren die US-amerikanische Commerce Bank, die südkoreanische Shinhan Bank, die Union Bank der Philippinen und die United Overseas Bank in Singapur.

Auch wenn das Unternehmen das Potenzial von Blockchain begrüßt, hat Visa - neben MasterCard - Kryptowährungen und Initial Coin Offerings (ICOs) in diesem Monat Berichten zufolge neu kategorisiert. Diese beiden fallen nun unter eine neue Klassifizierung mit dem Titel "Wertpapierhändler mit hohem Risiko". Das bedeutet, dass die Interaktion mit diesen verstärkt überwacht wird.