Weitläufige Bitcoin-Anwendung könnte globale Erwärmung auf 2 Grad Celsius heben

In einem neuen Bericht von Klimawissenschaftlern wurde hinsichtlich des CO2-Fußabdrucks von Bitcoin (BTC) und seiner möglichen zukünftigen Auswirkungen auf die globale Erwärmung Alarm geschlagen. Dieser wurde auf Nature.com am 29. Oktober veröffentlicht.

Der Bericht wertet aktuelle Stromverbrauchsdaten über Bitcoin aus und enthält verschiedenen Prognosen für die Anwendung der Kryptowährung in den kommenden Jahren.

Dem Bericht zufolge lag der Bitcoin-Anteil an bargeldlosen Transaktionen, bei insgesamt 314,2 Milliarden im Jahr 2017, bei rund 0,033 Prozent. Der Bericht merkt zwar an, dass ein "beschleunigtes Wachstum" in der frühen Anwendungsphase bei neuen Technologien üblich ist, es heißt allerdings auch, dass Bitcoin in weniger als 100 Jahren mit dem Gesamtwert der globalen bargeldlosen Transaktionen gleichziehen könnte. Und das selbst wenn er nur einen "mittleren Wachstumstrend" auf niedrigem Niveau verzeichnet.

Sollte das eintreten, würden die Gesamtemissionen der Bitcoin-Verwendung "innerhalb von 22 Jahren die Schwelle von 2 Grad Celsius überschreiten", wenn die Anwendungsrate den "langsamsten, breit angewandten Technologien" in etwa entspricht. Es könne auch innerhalb von nur 11 Jahren so weit kommen, wenn man von der schnellsten Anwendungsrate ausgeht. Die CO2-Fußabdruckprognose geht davon aus, dass die heute zur Stromerzeugung verwendeten Brennstoffarten in den kommenden Jahren "relativ gleich" bleiben.

In Bezug auf den aktuellen CO2-Fußabdruck von Bitcoin verweist der Bericht auf aktuelle Forschungsergebnisse von Digiconomist, die auf den folgenden Annahmen basieren sollen:

"60 Prozent des wirtschaftlichen Gewinns aus den Bitcoin-Transaktionsüberprüfungsprozessen werden für Strom verwendet. Das sind 0,05 US-Dollar (0,04 Euro) pro kWh und 0,7 kg Kohlendioxid-Äquivalent (CO2e) pro kWh. Damit ergibt die Schätzung, dass durch die Bitcoin-Nutzung ab Mai 2018 33,5 Tonnen CO2e jährlich emittiert werden".

Obwohl sie keine Prognose zu Bitcoins "Schicksal" machen, deuten die Wissenschaftler an, dass das Streben nach Wirtschaftlichkeit Miner logischerweise dazu veranlassen wird, in Regionen mit kostengünstiger Energieversorgung zu migrieren. Daher erklären Sie im Bericht, dass "die Dekarbonisierung von Elektrizität dazu beitragen könnte, den CO2-Fußabdruck von Bitcoin zu verringern - aber nur dort, wo die Kosten für Strom aus erneuerbaren Quellen geringer sind als bei fossilen Brennstoffen".

Wenn die Kosten für Energie hoch bleiben, könnte eine effizientere Hardware dazu beitragen, den Fußabdruck zu reduzieren, so der Bericht. Es wird aber davon abgeraten, sich auf "noch zu entwickelnde Hardware" zu verlassen. Stattdessen werden "einfache Änderungen am Gesamtsystem" vorgeschlagen, "wie zum Beispiel das Ermöglichen von mehr Transaktionen pro Block oder die Reduzierung der Schwierigkeit oder Zeit, die zur Lösung des Proof-of-Work benötigt wird", um den Stromverbrauch von Bitcoin "sofort" zu senken.  

Nicht alle Energieexperten stimmen der allgemeinen Auffassung zu, dass ein hoher Energieverbrauch eine Schwachpunkt bei Bitcoin sei. Ein im August veröffentlichter Bericht kritisierte den ausschließlichen Fokus auf den Energieverbrauch des Mining und hob hervor, wie wichtig es sei, wo und wie die Energie erzeugt wird. Das wurde damit begründet, dass "die Stromerzeugung zunehmen kann, während die Umweltbelastung minimal bleibt".