Mining und Steuern: Was müssen Krypto-Miner in Deutschland beachten?

Was ist “Mining”?

Es gibt verschiedene Arten, Bitcoins (BTC) zu erwerben. Man kann sie auf einer Kryptobörse kaufen sowie sie als Zahlungsmittel für Waren und Dienstleistungen akzeptieren. Oder man kann neue Coins einfach minen (selbst herstellen). 

Das Mining (deutsch: “schürfen”) ist ein Prozess, bei dem Transaktionsdatensätze auf der Blockchain hinzugefügt werden. Dieser Prozess ist so konzipiert, dass jede Transaktion bestätigt werden und jeder einzelne User/Miner des Netzwerks auf dieses Konto zugreifen kann. 

Das Mining ist notwendig, um ein dezentrales Blockchain-System zu bewahren. Der Mining-Prozess erfordert allerdings Rechenleistung, daher geht dieser mit hohen Stromkosten einher. Um diese Kosten zu decken und die Miner zu motivieren, erhalten diese für die erbrachte Rechenleistung eine sogenannte Mining-Belohnung. Bei Bitcoin beträgt diese 12,5 BTC Transaktionskosten. Je mehr Rechenleistung die Miner hierbei aufwenden, desto höher ist ihre Belohnung

Welche Mining-Formen gibt es?

Man unterscheidet derzeit zwischen vier Mining-Formen.

  • Solo-Mining

Das Solo-Mining wird in der Regel von großen Unternehmen oder Mining-Farmen betrieben. Diese betreiben den Mining-Prozess mit ihrer eigenen Hardware. Auch Einzelpersonen können Solo-Mining betreiben, aber das lohnt sich wirtschaftlich nicht, da die Kosten für die Hardware sehr hoch sind.

  • Pool-Mining

Beim Pool-Mining schließen Teilnehmer ihre Kräfte, also ihre eigene Hardware, zusammen und bündeln ihre Rechenleistung, um ihre Chance auf eine Belohnung durch gemeinsames Mining zu erhöhen. 

  • Cloud-Mining

Für das Cloud-Mining brauchen Minder keine eigene Hardware. Die notwendige Rechenleistung für das Minung wird bei einem Cloud-Anbieter entweder gemietet oder gekauft. 

  • Helium-Mining

Das Helium-Minung ist eine ganz andere Form des Minings und verbraucht weniger Strom als andere Mining-Formen. Hierbei schließen sich mehrere Miner in einem Netzwerk (Hotspot) zusammen und stellen Sender bereit, die den Ausbau des Netzwerks unterstützen. Als Belohnung bekommen die Miner eine andere Kryptowährung names Helium (HNT). Je mehr Miner es gibt, desto besser, weil Betreiber von Hotspots vor allem dann belohnt werden, wenn spezielle Geräte, die Miner selbst kaufen und aufstellen müssen, an verschiedenen Standorten platziert werden. 

Ist Mining steuerpflichtig?

Das hängt davon ab, ob du Mining gelegentlich oder regelmäßig betreibst.

Wenn du nur nebenbei Mining betreibst und damit unter der jährlichen Freigrenze von 256 Euro bleibst, musst du keine Steuer zahlen. In dem Fall musst du dich auch nicht selbstständig machen. Solche Gewinne fallen dann unser “sonstige Leistungen”.

Wenn die Freigrenze von 256 Euro überschritten wird, liegt dadurch ein gewerbliches Mining vor. In diesem Fall muss man seine Gewinne in der Steuererklärung angeben und sie versteuern. 

Muss ich beim Mining ein Gewerbe anmelden und auch Gewerbesteuer zahlen?

Ja, wenn du das Mining regelmäßig betreibst und mit dieser Tätigkeit Gewinne erzielen willst (über 256 Euro pro Kalenderjahr). 

In dem Fall musst du ein Gewerbe anmelden und den “Fragebogen zur steuerlichen Erfassung” beim Finanzamt ausfüllen. Die Gewinne aus dem Mining fallen unter Einkünfte aus Gewerbebetrieb, das heißt, du musst neben Einkommensteuer auch Gewerbesteuer zahlen. Letztere ist Teil deiner Steuererklärung, die du einmal im Jahr einreichst. Das trifft aber wiederum nur auf dich zu, wenn dein Ertrag im Jahr die Freigrenze von 24.500 Euro übersteigt.

Die gute Nachricht ist, dass keine Umsatzsteuer auf das Mining anfällt. Die Kosten für das Mining (Strom, Hardware, Computer) sind auch als Betriebsausgaben abzugsfähig.

Bezahle ich die gleichen Steuern bei allen Mining-Formen?

Falls der Miner gewinnbringendes Solo-Mining betreibt, geht das BMF davon aus, dass er gewerbliche Einkünfte erzielt. Die Einzelfallprüfung ist hier zulässig.

Es müssen vier Tatbestände positiv gegeben sein, um von gewerblichen Mining auszugehen: 

  • Gewinnerzielungsabsicht

  • Nachhaltige Betätigung

  • Teilnahme am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr

  • Selbständigkeit

In diesem Fall hat der Miner Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Er muss ein Gewerbe anmelden, eine Gewinnermittlung erstellen und eine Gewerbesteuererklärung abgeben. Die Gewinne aus der Veräußerung oder dem Tausch muss der Miner versteuern. 

Allerdings ist es in Deutschland aufgrund der hohen Stromkosten sehr unwahrscheinlich, dass jemand tatsächlich gewinnbringende und nachhaltig Solo-Mining betreibt. Immerhin darf der Miner –  wie schon oben erwähnt – von seinen Einkünften die Kosten, die ihm für das Mining entstehen, als Betriebsausgaben abziehen.

Das Pool-Mining ist steuerlich sehr komplex. Je nach Art der Tätigkeit werden Gewinne entweder als Einkünfte aus Gewerbebetrieb oder als Leistungen versteuert. Die Miner müssen unbedingt vorab klären, wo der Pool ansässig ist. Wenn in Deutschland, dann muss der Miner herausfinden, wer die gesonderte und einheitlichen Feststellungserklärungen erstellt. Wenn der Pool im Ausland ihren Sitz hat, dann muss man sich informieren, welche Pflichten im Bezug auf das Pool-Mining dort bestehen. Für diese Mining-Form ist es ratsam, einen auf dieses Thema spezialisierten Steuerberater zu fragen.

Anmerkung: Pool-Mining muss allerdings von den sogenannten Staking-Pools unterschieden werden, denn für letztere hat das neue BMF-Schreiben vom 10. Mai klargestellt, dass Investitionen in diese keinerlei Mitunternehmerschaft konstituieren. Zudem wird bei Staking-Vorgängen ohne Blockerstellung sogar keine gewerbliche Tätigkeit ausgeübt.

Beim Cloud-Mining gibt es auch einige Besonderheiten. Hier übt der Cloud-Miner keine selbstständige Tätigkeit aus, da er in der Regel keinen Zugriff auf die Hardware hat. Außerdem darf der Cloud-Miner keine Hardware-Einstellungen verändern oder auf eine andere Kryptowährung wechseln. Das bedeutet, diese Mining-Form kann als Kapitalanlage betrachtet werden und Gewinne sind als Einkünfte aus sonstigen Leistungen zu versteuern. Entscheidend hier ist, ob Cloud-Mining gewerblich oder als Hobby betrieben wird. Die Einordnung als gewerbliche Tätigkeit hängt davon ab, ob die Voraussetzungen eines Gewerbebetriebs vorliegen (zum Beispiel, ob die Blockerstellung auf Wiederholung angelegt ist).

Die Besteuerung von Gewinnen aus Helium-Mining ist noch nicht eindeutig geklärt. Die Gewinne können entweder unter die sonstigen Einkünfte oder unter gewerbliche Einkünfte fallen.  

Achtung: Zusätzlich betrachtet das Bundesministerium der Finanzen Krypto-Assets, die durch Mining zugeflossen sind, als Anschaffungsvorgänge. Wenn du sie später veräußerst, muss du sie auch versteuern. Die Haltefrist trifft hier aber wie gewohnt zu.

Brauche ich individuelle steuerliche Beratung bei Mining?

Ja, in vielen Fällen ist eine solche steuerliche Beratung sinnvoll. 

Bei der Besteuerung von Mining ist es also wichtig, zu klären, ob eine Tätigkeit gewerblich ausgeübt wird oder nicht. Es ist auch wichtig, gewerbliche von sonstigen Einkünften abzugrenzen, was oft von den Umständen im Einzelfall abhängt. Daher ist es ratsam, sich einen Steuerberater zu suchen, der auf das Thema spezialisiert ist. Finanzsoftwares, wie zum Beispiel Blockpit, die eine rechtssichere Krypto-Steuerberechnung durchführen, können in diesem Fall auch hilfreich sein. Der Blockpit-Steuerreport bereitet zum Beispiel die Daten optimal vor. Diese Daten können dann auch bei Bedarf an einen Steuerberater weitergegeben werden und bieten eine solide Grundlage für die Berechnung.

 

Dieser Beitrag wurde in Zusammenarbeit mit Blockpit verfasst. Erfahren Sie mehr über Blockpit.  

Haftungsausschluss. Die in diesem Beitrag bereitgestellten Informationen dienen nur der allgemeinen Informationen. Die Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen vervollständigt und erheben weder Anspruch auf Richtigkeit noch auf Genauigkeit. Für detaillierte Informationen zu Krypto-Regulierungen empfehlen wir, einen zertifizierten Rechtsberater im jeweiligen Land zu kontaktieren.