Die Backpack Exchange, eine zentralisierte Krypto-Handelsplattform, hat auf die Behauptungen des FTX Recovery Trust reagiert, der die Rechtmäßigkeit ihrer Übernahme von FTX EU bestreitet.
Am 8. Januar gab Backpack bekannt, dass es FTX EU übernommen hat, nachdem es dafür im Dezember 2024 die Genehmigung der zypriotischen Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde (CySEC) erhalten hatte.
FTX EU, ursprünglich bekannt als Digital Assets AG (DAAG), wurde 2021 von FTX für 323 Millionen US-Dollar übernommen. Nach dem Zusammenbruch von FTX im November 2022 wurde die Tochtergesellschaft in das Konkursverfahren der Muttergesellschaft verwickelt.
Im Februar 2024 wurde FTX EU dann an die DAAG-Mitbegründer Patrick Gruhn und Robin Matzke für 32,7 Mio. US-Dollar zurückverkauft. Diese Übertragung wurde im Mai 2024 abgeschlossen.
Backpack hat nach eigenen Angaben im Juni 2024 „diese europäischen Assets“ von den Mitbegründern erworben.
„Nach der Genehmigung ist die FTX-Insolvenzverwaltung verpflichtet, die Aktien gemäß dem gerichtlich genehmigten Kaufvertrag zu übertragen“, so Backpack in einer Erklärung.
Der neue europäische Ableger des Unternehmens plant, Krypto-Derivate in der gesamten EU anzubieten, darunter auch Futures.
FTX bestreitet Angaben von Backpack
Das in den USA ansässige Unternehmen FTX gab am 8. Januar wiederum eine Erklärung ab, in der es die Behauptungen von Backpack bestritt.
Nach Angaben der Insolvenzverwaltung bleiben die Aktien von FTX EU im Besitz der FTX Europe AG, einer Tochtergesellschaft von FTX. Die Insolvenzverwaltung stellte klar, dass eine zuvor angekündigte Übertragung von Aktien an die Mitbegründer von FTX EU, Patrick Gruhn und Robin Matzke, noch nicht stattgefunden hat.
„Ab heute werden 100 % des Aktienkapitals von FTX EU von der FTX Europe AG, einer Tochtergesellschaft von FTX, gehalten“, heißt es in der Mitteilung.
„Die Pressemitteilung von Backpack wurde ohne das Wissen oder die Beteiligung von FTX herausgegeben“, heißt es in der Erklärung.
Wer bezahlt die Gläubiger?
Ein weiterer zentraler Streitpunkt zwischen der FTX-Insolvenzverwaltung und der Backpack Exchange ist die Zuständigkeit für Gläubigerrückzahlungen.
Backpack erklärte, dass es die Verteilung der Gelder an die ehemaligen Kunden von FTX EU übernehmen und das Unternehmen in Backpack EU umbenennen werde.
„Ab heute ist die FTX-Insolvenzverwaltung nicht mehr für die Gelder (genauer gesagt EUROs) verantwortlich, die FTX EU ehemaligen FTX EU-Kunden schuldet. Dieser Prozess wird vollständig von der Backpack EU abgewickelt“, schrieb Backpack-CEO Armani Ferrante am 9. Januar auf X.
Quelle: Armani Ferrante
Die FTX-Insolvenzverwaltung bestreitet jedoch diese Behauptung und erklärt, dass Backpack nicht befugt ist, die Rückzahlungen der europäischen Gläubiger zu verwalten.
Neue Sorgen für Gläubiger
Die neue Ungewissheit im Rückzahlungsprozess bereitet den Gläubigern nun zusätzliche Sorge.
Der FTX-Gläubigervertreter Sunil Kavuri sagte gegenüber Cointelegraph, dass der private Verkauf von FTX EU an Backpack bei den FTX EU-Kunden Verwirrung über die Rückzahlung ihrer Gelder gestiftet hat.
„Der private Verkauf von FTX EU an Backpack führt zu weiterer Verwirrung und Nervosität bei den FTX EU-Kunden hinsichtlich der Rückzahlung ihrer Gelder“, so Kavuri.
Er wies auch darauf hin, dass Kraken und Bitgo zuvor autorisiert wurden, Gelder an FTX-Kunden auszuzahlen, was die Unsicherheit noch vergrößert. „Einige FTX-Kunden aus der EU haben sich bei diesen Plattformen angemeldet und sind verwirrt darüber, wer ihre Gelder nun an sie zurücküberweisen wird – Backpack, Kraken oder Bitgo“, fügte Kavuri hinzu.
Cointelegraph hat FTX und Backpack um weitere Kommentare gebeten, aber bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch keine Antwort erhalten.
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