Bank of England: digitale Zentralbankenwährungen könnten Geschäftsbanken gefährden

Die Bank of England (BoE) hat ein Arbeitsdokument für März 2018 veröffentlicht, das suggeriert, dass die Adaption von digitalen Zentralbankenwährungen (CBDCs) ein gefährlicher Konkurrenzfaktor für Handelsbanken werden könnte.

Das derzeitige konventionelle - und profitable - Geschäftsmodell von Geschäftsbanken basiert auf den massenhaften und billigen Angebot von Kleinkundeneinlagen, z.B. Einzahlungen von individuellen oder geschäftlichen Bargeldbeständen in Spar- oder Girokonten. Dies unterstützen die Nettozinsertragsmargen der Geschäftsbanken, das Dokument allerdings warn, dass diese Situation durch CBDCs gefährdet werden könnte.

Der Bericht befasst sich mit der "radikalen Idee", der Öffentlichkeit zu ermöglichen, ihr Geld in der Form von digitalen Zentralbankwährungen bei der Zentralbank einzulagern. Abgesehen davon, dass Nutzer dieses als eine "sicherere Lagerstätte" "wahrnehmen" würden, wären sie in der Lage, Zahlungen reibungslos durch private Operatoren wie digitale Wallets und Transaktionsüberprüfungsdienste fortzuführen. Das Dokument macht die Anmerkung:

"Im Hinblick auf die Verfügbarkeit von Überziehungskrediten wäre es nicht unvorstellbar, dass die privaten Betreiber auch Kreditrahmen bereitstellen könnten, die mit Zahlungsfunktionalitäten gebündelt sind."

Laut dem Dokument könnte ein solches Szenario, das einen direkten, universellen Zugriff auf die Bilanzen der Zentralbank erschafft und dabei Zahlungsfunktionalitäten erhält, kritische Konsequenzen für den finanziellen Sekundärmarkt der Geschäftsbanken haben.

Sowohl individuelle als auch geschäftliche Kunden würden einen möglichen Ersatz für die traditionellen Kontoleistungen der Geschäftsbanken erhalten, so dass "Banken insbesondere in Zeiten hoher finanzieller Belastung einen Abfluss von Privatkundeneinlagen erleiden könnten".

Das Dokument bezieht sich auf einen Report der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) vom März, der ebenfalls suggeriert, dass "in Zeiten hoher finanzieller Belastung inländische (Einzelhandel-) Investoren CBDCs attraktiver als Bankdepots empfingen, mit vielen möglichen Nebeneffekten... für die finanzielle Stabilität."

Anfang des Monats hatte die Bank of England ein Arbeitsdokument veröffentlicht, in welchem sie auf die verschiedenen analysierten Risiken von CBDCs für die Finanzstabilität eingeht. Wie Cointelegraph berichtete, wurde in dem Papier insbesondere festgestellt, dass einer ersten Einschätzung zufolge kein Grund zu der Annahme bestehe, dass die Einführung von CBDCs negative Auswirkungen auf die Privatkredite oder die Bereitstellung von Gesamtliquidität für die Wirtschaft mit sich zieht.

Vor zwei Tagen teilte der Gouverneur der BoE, Mark Carney , bei der Konferenz zum Jubiläum der Schwedischen Reichsbank seiner Audienz mit, dass er aufgeschlossen gegenüber der Aussicht auf eine digitale Zentralbankwährung sei. Er betonte jedoch, dass eine CBDC-Einführung nicht sobald geplant ist. Carney hat in der Vergangenheit scharfe Kritik an Kryptowährungen wie Bitcoin geäußert.

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