Binance-CEO: Berichte über gefälschte Volumen für Kryptobranche nützlich

Changpeng Zhao, der CEO der Kryptowährungsbörse Binance, sagte in einem Interview mit Cointelegraph am 27. März, dass die aktuellen Berichte über gefälschte Handelsvolumen nützlich für die Kryptobranche seien.

CT spricht mit Binance und The Tie über die Berichte über gefälschte Handelsvolumen. Quelle: Cointelegraph

Zhao, der in der Branche auch als CZ bekannt ist, sagte, dass diese Berichte über Börsen und gefälschte Volumen die gesamte Branche letztendlich transparenter machen würden. Zuletzt gab es derartige Berichte von Bitwise Asset Management und The Tie. Er betonte auch, dass das Ganze nichts mit CoinMarketCap zu tun habe - eine der beliebtesten Krypto-Ranking-Webseiten:

"Es ist weniger die Schuld von Coinmarketcap. Jeder hat versucht, ihnen die Schuld zu geben. Aber CoinMarketCap hat einen sehr einfachen Meldemechanismus, bei dem jede Börse ihre Daten an die Plattform weitergibt, und sie gibt diese einfach wieder."

CZ erklärte, dass Binance nicht mit CoinMarketCap auf Twitter streiten würde. Die Rufe aus der Community, das zu tun, bezeichnete er als "ziemlich kindisch". Stattdessen soll die Top-Börse aus Malta mit dem Team von CoinMarketCap zusammenarbeiten, um dieses Problem zu lösen. CZ ist auch der Meinung, dass Sanktionen seitens von CoinMarketCap, wie etwa das Delisting einer Börse, die bei der Fälschung von Volumen erwischt wurde, zur Lösung des Problems beitragen könnten.

CZ betonte, dass das Unternehmen auch dazu beitragen wolle, branchenweit ein hohes Maß an Transparenz zu fördern.

Cointelegraph sprach mit CZ über die neuen Untersuchungen der Handelsanalyseplattform The Tie, die die Zahlen von 97 Börsen sammelte. Im Bericht heißt es, dass es die überwiegende Mehrheit der Krypto-Handelsvolumen, die von Nutzern stammen soll - das sind etwa 87 Prozent - möglicherweise überhaupt gar nicht gibt.

Joshua Frank, der Mitbegründer von The Tie, hat den Bericht diese Woche im selben Interview gegenüber Cointelegraph kommentiert. Er sagte, dass es einen einfachen Weg gebe, eine echte Transaktion von einer gefälschten zu unterscheiden. Normalerweise würden Benutzer nicht mehr als 1 Bitcoin (BTC) (etwa 3.560 Euro) oder sogar weniger auf einmal übertragen. Transaktionen im Wert von etwa 17.800 Euro, wie einige Börsen melden, seien hingegen unrealistisch.

Der Kryptowährungsindexfonds-Anbieter Bitwise Asset Management hat vor kurzem auch einen ähnlichen Bericht veröffentlicht, konzentrierte sich dabei aber nur auf den Bitcoin-Handel. In dem Bericht, der der US-Wertpapier- und Börsenkommission vorgelegt wurde, heißt es, dass fast 95 Prozent der Volumen an unregulierten Börsen gefälscht oder nicht wirtschaftlich zu sein scheinen. Bitwise warf CoinMarketCap vor, diese verdächtigen Daten aufzulisten und damit einen grundlegend falschen Eindruck von der wahren Größe des BTC-Marktes zu vermitteln.

Laut Bitwise ist Binance eine der zehn Kryptobörsen, von insgesamt 81, die analysiert wurden, die ein "tatsächliches Volumen" haben.

Binance ist derzeit die größte Kryptobörse nach bereinigtem täglichen Handelsvolumen auf CoinMarketCap. Das Handelsvolumen lag bei Redaktionsschluss bei 980 Mio. Euro.