Binance-Mitarbeiterin: Platzen der ICO-Blase "gute Sache für die Industrie"

Die Leiterin des Binance Lab Ella Zhang ist der Meinung, dass wenn die Initial Coin Offering (ICO)-"Blase platzt, ist das eine gute Sache für die Industrie". Das geht aus einem Bericht von Bloomberg vom 4. Juni hervor.

Zhang, die erst seit weniger als zwei Monaten bei Binance arbeitet, hat gegenüber Bloomberg gesagt, dass der Bullenmarkt zwar dank des stabilen Zuflusses von Nutzern positiv sei, aber erst wenn die ICO-Blase platzt würde es die Industrie für wrklich wertvolle Projekte öffnen. Zhang hat keine Prognose zum Zeitpunkt gemacht, an dem es zu diesem Platzen der Blase kommt. Sie sagte:

"Wir würden die Blase gerne platzen sehen. Wir sehen noch immer einen starken Hype auf dem Markt, denn die Bewertungen sind hoch und unbegründet. Wir glauben tatsächlich, wenn die Blase platzt, ist das eine gute Sache für die Industrie."

Sie fügte noch hinzu, dass sie Binance dabei hilft, mit den Betrügereien umzugehen, die durch den Hype aufkommen. Das tut sie mit sogenannten Kryptowährungs-Governance-Initiativen oder CGI. Der Zweck der Initiative ist es, "Betrügereien und falsche Coins zu bekämpfen und Krypto und Blockchain-Technologie zu fördern."

Innerhalb der Initiative wird Binance Berichten zufolge Fonds- und Token-Teams, mit denen die Börse arbeitet, finanzieren. Aber sie müssen versprechen, dass "sie sich nicht an Pump und Dump-Systemen beteiligen" und dass sie Produkte entwickeln, die in ihren Whitepapers angegeben sind. Binance wird Investitionen in Fonds einstellen und Token denotieren, deren Teams sich nicht an die Verpflichtungen halten.

Über die nächsten drei bis fünf Jahre will Binance umgerechnet 850 Mio, Euro der Binance-Gewinne in verschiedene Projekte investieren. Dabei werden pro Projekt im Schnitt zwischen 850.000 Euro und 8,5 Mio. Euro investiert. Es gibt 20 verschiedene Kryptowährungs-Fonds mit denen Binance im Rahmen des neuen Risikokapital-Fonds zusammenarbeiten will. Alle Projekte werden verpflichtet, der CGI beizutreten. Der Fond hat Berichten zufolge bereits vier Investitionen in Unternehmens-Token und -kapital gemacht.

Zhang, die zuvor Investment-Leiterin bei der Risikokapitalfirma Kleiner Perkins Caufield & Byers, ist der Meinung, dass es zwischen einem Token- und Kapital-Investment zum Konflikt kommen kann, da sie unterschiedlich bewertet werden. Sie sagte:

"Wenn wir sehen, dass Gründer zu beiden Seiten beitragen, halten wir auch beide Seiten. Manchmal ist es schwierig zu sagen, welche wertvoller ist. Aber unsere Haltung ist es, die Gründer zu unterstützen und einen Wert für das Projekt als Ganzes zu schaffen."

Ella Zhang ist nicht die erste Expertin, die ein Platzen der Blase prognostiziert. Im April hat der Träger des Nobelpreises für Wirtschaft Robert Shiller darauf hingewiesen, dass Bitcoin zwar vielleicht eine Blase sein könnte, aber das bedeutet nicht, dass sie Platzen und für immer fort sein wird. Laut Shiller, gibt es einen politischen Aspekt bei der Kryptowährungs-"Blase", da Leute, die der Regierung nicht trauen, zu einer Investition verleitet werden könnten.