Züricher Freikirche akzeptiert Spenden in Kryptowährungen

Die ICF Zürich, eine überkonfessionelle Freikirche, akzeptiert nun auch Kryptowährungen als Spenden. Die Kirche nimmt unter anderem Bitcoin (BTC), Bitcoin Cash (BCH), Ether (ETH) und Ripple (XRP) an.

Kirche als Innovationsträger

Die Idee dazu sei von einigen Kirchgängern gekommen, die selbst mit virtuellen Währungen handeln, berichtet Nicolas Legler, Executive Pastor der ICF Zürich. Er fügt hinzu:

„Wir sind eine Kirche am Puls der Zeit, die immer versucht, Trends und Entwicklungen aufzunehmen und sie nützlich umzusetzen. Digitale Währungen und die dahinter stehende Blockchain-Technologie werden  unser alltägliches Leben in den nächsten Jahren mehr und mehr verändern. Wir versuchen, in allen Bereichen wie Technologie oder zum Beispiel Musik am Puls der Zeit zu sein".

Die Kirche bekommt schon Spenden in Krypto, aber es ist nicht so, dass man mit Coins überschwemmt wird. Nicolas Legler nennt den Grund dafür, und zwar: langsame Verbreitung der Kryptwährungen in der Schweiz, wo sie zwar im Vormarsch sind, aber doch noch sehr limitiert einsetzbar.

Kryptowährungen für den guten Zweck

Kryptowährungen als Zahlungsmittel, auf das weder Banken noch Regierungen Einfluss haben und das fälschungs- und inflationssicher ist, faszinieren auch Nicolas Legler. Er sieht in Krypto-Spenden keinen Widerspruch zur christlichen Lehre und erzählt über den Umgang mit Krypto-Spenden:

Wir wechseln die Coins in Fiat-Währung um. Einen Teil behalten wir allerdings in Krypto und haben ein Team, das für das Portfolio verantwortlich ist. Wer weißt,  was für ein Potential die Blockchain-Technologie für die Kirche und die Gesellschaft birgt. In Entwicklungsländern ohne funktionierendes Bankensystem können Kryptowährungen die Möglichkeit sein, nur übers Internet Geld zu transferieren und auf solcher Weise zu spenden. Auf jeden Fall werden wir die Entwicklungen nahe verfolgen und am Ball bleiben. 

Zwar ist die Freikirche in Zürich das erste Gotteshaus, welches Krypto-Spenden akzeptiert, weltweit gibt es jedoch noch andere Projekte, die ebenfalls finanziell mit Bitcoin und Co. unterstützt werden können. Immerhin sammelt die BitGive Foundation Bitcoins für Gesundheits- und Umweltprojekte aus der ganzen Welt. Seien es Initiativen, die sich für sauberes Trinkwasser in Entwicklungsländern einsetzen, oder ein Kinderhilfsprojekt für die Opfer des Taifum Haiyan, der die Philippinen 2013 verwüstete. Das Hilfswerk für Flüchtlingen "Jugend Eine Welt" aus Österreich akzeptiert auch Bitcoin-Spenden, um Bitcoin-Enthusiasten für Spenden zu motivieren und für einen transparenten Spendenablauf zu sorgen.