Bitcoin Core-Entwickler: Maßnahmen gegen 51-Prozent-Angriffe umfassen immer Zentralisierung

Der Bitcoin Core-Entwickler Greg Maxwell hat das "anziehende Mysterium" kritisiert, das die Angst vor einem 51-Prozent-Angriff auf Bitcoin (BTC) mit sich bringe. Er erklärte, dass das einen grundlegenden Mangel an Verständnis über die Kryptowährung offenlege.

In einem Reddit-Post vom 5. Oktober argumentierte Maxwell, dass jeder Mechanismus, der das Risiko eines 51-Prozent-Angriffs mildern soll, immer eine Zentralisierung mit sich bringe. Das sei eine viel größere Bedrohung für die Integrität von Bitcoin.

Grundlegender Fokus von Bitcoin

Wie Cointelegraph bereits berichtete, kann ein 51-Prozent-Angriff auf Blockchains vorkommen, die einen Proof-of-Work (PoW)-Algorithmus verwenden. Im Wesentlichen geht es bei einem solchen Angriff darum, dass ein Benutzer oder eine Gruppe die Kontrolle über die Mehrheit der Mining-Leistung erlangt, um die alleinige Kontrolle über das Netzwerk inne zu haben.

Die Angreifer könnten damit Transaktionen rückgängig machen, um doppelte Ausgaben zu verursachen. Das wird erreicht, indem man Krypto gegen Fiatwährung handelt und dann die Transaktion rückgängig macht, um die verbrauchten Krypto wiederzubekommen. Zusätzlich erhält man dennoch die Fiatwährung in so einem Fall.

Auf die Frage, wie man ein solches Risiko mindern könnte, erklärte Maxwell nachdrücklich, dass solche Maßnahmen zwangsläufig die Dezentralisierung des Bitcoin-Projekts gefährdet.

Er sagte, dass Bitcoin sich mit dem Problem beschäftige, einen Konsens über einen konsistenten Verlauf von Transaktionen zu erzielen. Dieses Problem könne intuitiv gelöst werden, indem man die "Erstheit" einer bestimmten Transaktion ermittelt und doppelte Transaktionen danach ungültig macht. Maxwell erklärte weiterhin:

"In einem wirklich dezentralen System ist das "Erste" logisch betrachtet eigentlich bedeutungslos! Die Reihenfolge, über die verschiedene Parteien Ereignisse wahrnehmen, ist das unausweichliche Ergebnis der Relativität und hängt von deren relativen Position ab, egal wie gut oder schnell deren Kommunikationssystem ist."

Gegenmaßnahmen für 51-Prozent-Angriffe 'zentralisieren das System und verbergen aber die Zentralisierung'

Maxwell kritisierte zentralisiertere Systeme und nannte dabei Ripple, EOS und IOTA. Er erklärte, dass diese auf eine einzige Partei zurückgreifen, die die Erstheit bestimmt und diese dann dem Rest des Netzwerks auferlegt.

Bitcoin ist grundsätzlich dezentral und basiert hingegen auf der "Abstimmung" durch die Rechenleistung über das Mining ohne das ein zentraler Dritter daran beteiligt ist.

Maxwell argumentierte, dass jeder Mechanismus, der eine "Manipulation" dieser "Abstimmung" - durch eine oder mehrere Parteien - verhindern will, "mit ziemlicher Sicherheit das Mining einfach vollständig ersetzen würde". Er erklärte: 

"Die Leute haben sich 1001 komplizierte Systeme ausgedacht und behaupten, das ohne eine Zentralisierung machen zu können. Aber sorgfältige Analysen entdecken immer wieder, diese zentralisieren das System und verbergen aber die Zentralisierung lediglich."

Es gibt ein weitaus größeres Risiko für Bitcoin als die Neuordnung der Transaktionshistorie, die mit 51-Prozent-Angriffen einhergehen könnten, wie Maxwell bemerkte:

"Die Öffentlichkeit, die Bitcoin verwendet, wird das nicht verstehen, wird sich nicht dafür interessieren und wird die Dezentralisierung nicht schützen, die ihn so wertvoll gegenüber zentralisierten Alternativen macht."

Wie Cointelegraph berichtete, versprach die Kryptobörse Gate.io im Januar, die Benutzer zu entschädigen, nachdem sie herausgefunden hatte, dass es einen 51-Prozent-Angriff auf die Blockchain von Ethereum Classic (ETC) gegeben hatte.