Der Bitcoin-Kurs ist am 2. Februar nach der Handelseröffnung an der Wall Street leicht eingebrochen, nachdem die neuen amerikanischen Arbeitslosenzahlen deutlich besser ausgefallen sind, als erwartet.

Bitcoin-Kursdiagramm. Quelle: TradingView

Leitzinssenkungen wieder unwahrscheinlicher

Wie die Daten von Cointelegraph Markets Pro und TradingView zeigen, ging es für die marktführende Kryptowährung entsprechend 500 US-Dollar nach unten.

Dieser Abschwung war eine nahezu sofortige Reaktion auf die Veröffentlichung der neuen Arbeitsmarktdaten – die sogenannten Non-Farm Payrolls – die für Januar 353.000 anstatt der erwarteten 185.000 neu besetzten Arbeitsplätze ausweisen.

Dies geriet unmittelbar zum Vorteil für die Verkäufer auf dem Kryptomarkt, denn die starken Arbeitsmarktzahlen deuten darauf hin, dass die restriktive Zinspolitik der US-Zentralbank längst nicht so negativ wirkt, wie oft beschrien. Auf Grund dessen könnten die Leitzinsen noch weiter hoch bleiben, was wiederum schlecht für risikobehaftete Finanzprodukte wie Aktien und Krypto ist.

Am 31. Januar hatte die US-Zentralbank bereits überraschend bekanntgegeben, dass der Leitzins zunächst gleich bleibt und Zentralbankchef Jerome Powell bekräftigte in diesem Zusammenhang, dass im März nicht mit dem Beginn von Senkungen zu rechnen sei.

Die neue Arbeitsmarktdaten unterfüttern diese Strategie, weshalb die Wahrscheinlichkeit für Leitzinssenkungen noch vor Mai nun umso kleiner ist.

Laut dem FedWatch Tool der CME Group stehen die Chancen für erste Senkungen im März inzwischen nur noch bei 17,5 %, während Anfang der Woche noch satte 45 % zu Buche standen.

Fed target rate probabilities. Source: CME Group

„Nach alle den Negativprognosen im letzten Monat, dass die Arbeitsmarktdaten für Dezember schlecht ausfallen würden, zeigt sich nun die Realität, dass die Zahlen von 216.000 auf 333.000 gestiegen sind“, wie Caleb Franzen, Gründer von Cubic Analytics, auf X feststellt.

„Diejenigen, die an der Stärke der Wirtschaft zweifeln, werden immer falsch liegen.“

Der Krypto-Analyst Tedtalksmacro bleibt für den mittel- bis langfristigen Horizont jedoch optimistisch, was die Auswirkungen der neuen Zahlen angeht.

„Würde mich nicht wundern, wenn der Kryptomarkt in ein paar Stunden schon wieder obenauf ist“, wie der Experte auf X entsprechend meint. Dem fügt er an:

„Starke Arbeitsmarktzahlen sind langfristig etwas Gutes, aber aktuell ist der Markt etwas überhitzt.
US-Dollar-Index (DXY). Quelle: TradingView

Weiterer Gegenwind für den Kryptomarkt kommt durch den erstarkenden US-Dollar-Index (DXY), der seinerseits zulegen und einen neuen Bestwert für 2024 erreichen konnte.

GBTC-Abflüsse werden weniger

Immerhin wurde dem Bitcoin-Kurs an anderer Stelle etwas Verkaufsdruck genommen, indem die Kapitalabflüsse aus dem großen Grayscale Bitcoin Trust (GBTC) weniger geworden sind.

So summieren sich die Abflüsse zum Verwahrer Coinbase für den Tag aktuell auf knapp 4.400 BTC, was etwas weniger ist als an den Vortagen und deutlich weniger als der Spitzenwert von 25.000 BTC an einem Tag im Januar.

„Die Abflüsse belaufen sich auf 38 Mio. US-Dollar, was vergleichsweise klein ist“, wie Experte Daan Crypto Trades in diesem Zusammenhang abschließend feststellt.

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