Bitcoin (BTC) ist am heutigen 10. April zurück auf 60.000 US-Dollar geklettert, als sich ein schon seit längerem angestauter Aufwärtsdrang endlich entladen hat.

Bitcoin-Stundendiagramm (Bitstamp). Quelle: Tradingview

Pessimisten müssen zahlen

Wie aus den Daten von Cointelegraph Markets Pro und TradingView hervorgeht, konnte das BTC/USD-Währungspaar in der Nacht von Freitag auf Samstag mit einem satten Sprung aus dem 50.000er-Bereich ausbrechen.

Dieser Aufschwung hatte sich schon seit mehreren Wochen angekündigt, denn ein wirklich ernsthafter Angriff auf die Marke von 60.000 US-Dollar blieb zuletzt aus.

Die aktuelle Aufwärtsbewegung scheint dementsprechend, ordentlich Schwung mitzubringen, denn Bitcoin konnte vorübergehend sogar bis über 61.000 US-Dollar klettern, ehe sich der Kurs bei Redaktionsschluss um 60.500 US-Dollar einpendelte.

„In nur einer Stunde wurden 163.745.606 Short-Positionen liquidiert“, wie Analyst Lex Moskovski feststellte, als die Kletterpartie Fahrt aufnahm:

„Wenn Bitcoin in Richtung eines neuen Rekordhochs klettert, ist es ganz schön teuer, ein Pessimist zu sein.“

Die Krypto-Anleger mussten sich in der Tat die Augen reiben, denn in den letzten Wochen hatte sich der Markt ausschließlich seitwärts bewegt, wobei zwischenzeitlich höchstens mehrwöchige Tiefs erreicht wurden. Ein Aufschwung in diesem Ausmaß ist deshalb umso mehr eine willkommene Abwechslung.

Der Auslöser für die Kletterpartie ist derzeit noch unbekannt, weshalb auch die Nachhaltigkeit der erzielten Gewinne noch fraglich ist, denn die 60.000-US-Dollar-Hürde ist eine psychologisch wichtige bzw. hart umkämpfte Marke.

Ein erstes positives Zeichen könnte sein, dass die Funding-Rates für Bitcoin auf den verschiedenen Kryptobörsen mit dem jüngsten Aufschwung wieder nach oben gegangen sind, denn noch vor einigen Tagen waren diese im Sinkflug.

Funding-Rates von Bitcoin auf verschiedenen Kryptobörsen. Quelle: Bybt

Rekordlauf noch nicht vorbei?

Einige Krypto-Analysten waren nichtsdestotrotz im Vorfeld schon optimistisch, dass es bald wieder nach oben gehen würde. Darunter auch Filbfilb, Mitgründer der Trading-Plattform Decentrader, der zuletzt darauf aufmerksam gemacht hatte, dass der Bitcoin-Kurs bei 58.000 US-Dollar viele Ähnlichkeiten mit der Kursentwicklung bei 20.000 US-Dollar aufwies, was er als Fingerzeig für eine Fortsetzung des Rekordlaufs deutete.

„Ich bin oberhalb von 58.000 US-Dollar weiterhin sehr optimistisch, denn die Struktur ist meiner Meinung nach dieselbe wie bei 20.000 US-Dollar. Viele kleine Details sind genau gleich“, wie er dementsprechend noch am Freitag bei Telegram erklärte.

Sein Decentrader-Kollege Philip Swift zeigte sich ähnlich zuversichtlich, wobei dieser eine bevorstehende Überschneidung zweier Gleitenden Mittel (Moving Averages) als Indikator für weitere Stärke anführte. Dabei handelt es sich um das 111-Tage-MA und das 350-Tage-MA, die zusammen als Pi-Cycle-Indikatoren bekannt sind.

„Auf kurze Sicht ist meine Prognose für Bitcoin neutral bis positiv, wobei ich es für sehr wahrscheinlich halte, dass wir noch nicht am Ende des aktuellen Kurszyklus angekommen sind, denn die beiden Gleitenden Mittel des Pi-Cycle-Indikators werden sich in den nächsten Tagen überschneiden“, wie Swift in diesem Zusammenhang ausführt. Dem fügt er an:

„Auch andere Kennzahlen und Fundamentaldaten lassen darauf schließen, dass wir noch nicht am Ende des Rekordlaufs angekommen sind.“

Dies sehen andere Experten ähnlich, wenn auch etwas vorsichtiger. So meint Analyst Willy Woo, dass Bitcoin womöglich gerade die erste Deckenbildung einer doppelten Deckenbildung beendet. Es bleibt also noch Luft nach oben, doch ein erstes Zwischenhoch ist bereits erreicht.

„Die Volatilität ist in diesem Kurszyklus deutlich geringer“, wie er abschließend resümiert. Ein positives Zeichen, denn Woo geht davon aus, dass die wichtige Schallmauer von 1 Bio. US-Dollar für die Marktkapitalisierung von Bitcoin, die bei einem Kurswert von 53.600 US-Dollar erreicht wird, sehr wahrscheinlich nicht wieder unterschritten wird. Die marktführende Kryptowährung scheint sich, in diesen neuen Höhen gefestigt zu haben.