Investmentexperte: „Blockchain ist eine gute Idee, aber Kryptowährungen sind seltsam“

Steve Schwarzman, der Geschäftsführer des Investmentunternehmens Blackstone und einer der reichsten Menschen der Welt, ist überzeugt von der Blockchain-Technologie, kann sich allerdings nicht mit deren Nutzung für Währungen anfreunden.

„Irgendjemand muss Währungen kontrollieren“

Im Interview mit Fortune machte Schwarzman die entsprechenden Äußerungen am 17. September. Dabei betonte er, dass er nicht viel Interesse an Bitcoin (BTC) habe und dass es ohnehin „ziemlich seltsam“ sei, die Blockchain-Technologie einzusetzen, um damit Währungen zu betreiben.

Der 72-jährigen Milliardär ist sich bewusst, dass seine Position antiquiert scheinen mag, weshalb er anführt, dass er schlicht „in einer Welt aufgewachsen ist, in der jemand die Kontrolle über Währungen haben muss“.

Bitcoin befeuert Kriminalität

In diesem Kontext spricht Schwarzman sich deshalb klar für eine zentrale Kontrolle von Währungen aus und meint, dass es einen guten Grund habe, weshalb Regierungen sich für diese Variante entscheiden, und zwar, um „sicherzustellen, dass die Wirtschaft nicht in die Extreme abrutscht“.

Außerdem könnten Regierungen durch die Kontrolle des Geldes auch besser gegen illegale Aktivitäten vorgehen. Bitcoin würde Kriminalität hingegen eher befördern, so Schwarzman:

„Sie können mich ja engstirnig nennen, aber das ist ein Problem. Falls dieses Problem gelöst werden kann und auch das Problem, die Umlaufmenge kontrollieren zu können, dann könnte Bitcoin ganz OK sein.“

Bezüglich der Blockchain-Technologie zeigte sich der Investmentexperte, dessen Privatvermögen auf 17,7 Mrd. US-Dollar geschätzt wird, jedoch positiv gestimmt:

„Die Blockchain-Technologie ist eine sehr gute Sache, die sich früher oder später durchsetzen wird, da sie einfach eine gute Technologie ist. Ihre Nutzung für Währungen finde ich allerdings ziemlich seltsam.”

Anthony Pompliano, der Gründer des Krypto-Investmentunternehmens Morgan Creek Digital Assets, äußerte heute wiederum einen völlig anderen Standpunkt als Schwarzman:

„Es ist verrückt, wenn man bedenkt, dass ein paar Freiwillige zusammen womöglich die neue Leitwährung der Welt entwickelt haben.“

Der amerikanische Großinvestor Tim Draper sieht derweil die Benutzerfreundlichkeit von Bitcoin als größten Hinderungsgrund für die Massentauglichkeit der marktführenden Kryptowährung, obwohl er weiterhin fest von deren Potenzial überzeugt ist.

So geht  Draper davon aus, dass Kryptowährungen sich langfristig durchsetzen werden, da diese unabhängig von politischer Einflussnahme und Geldpolitik der Zentralbanken sind. Eine These, die im krassen Gegensatz zu den Worten von Schwarzman steht.