Blockchain-Chef der Deutschen Börse erläutert geplante Handelsplattform

Jens Hachmeister, Leiter der Gruppe „DLT, Crypto Assets and New Market Structures“ bei der Deutschen Börse, hat sich in einem von dem Unternehmen am 12. März veröffentlichten Interview zu der geplanten Krypto-Handelsplattform des Börsenbetreibers geäußert.

Wie Cointelegraph bereits berichtete, will die Deutsche Börse zusammen mit seinen strategischen Partnern Swisscom und Sygnum ein virtuelles Vermögenswert-Ökosystem mit einem Handelsplatz für digitale Assets in der Schweiz aufbauen.

Das geplante “integrierte Ökosystem für Digital Assets”, soll es Investoren ermöglichen, neue Anlageklassen zu erschließen und dabei die Sicherheitsbedürfnisse der Kunden berücksichtigen.

Jens Hachmeister hält die Tokenisierung von Assets für die nächste Stufe der Digitalisierung von Vermögenswerten, wie er in dem von der Deutsche Börse veröffentlichten Interview erläuterte.

“Unsere heutigen Finanzinstrumente werden die Digital Assets von morgen sein. Darüber hinaus werden wir in Zukunft verschiedenste Assets tokenisieren können, z. B. Industriegüter, Immobilien oder vielleicht sogar Arbeitskraft. Die Vielfalt der Assets wird zunehmen. Der technologische Fortschritt der Distributed-Ledger-Technologie entwickelt sich mit einer rasanten Geschwindigkeit, die entsprechende Infrastruktur hinkt hinterher.“

Als zentralen Elemente der künftigen Handelsplattform soll die künftig Krypto-Handelsplattform “Emission und Verwahrung von Digital Assets, sowie den Zugang zu Liquidität und Bankdienstleistungen” ermöglichen. Die dabei genutzte Distributed-Ledger-Technologie (DLT) werde regulatorischen Anforderungen entsprechen.

Hachmeister sieht sein Unternehmen für das Projekt gut gerüstet, wie dieser im Interview erklärt:

“Und, nicht zu vergessen, sind wir als einer der weltweit führenden Marktinfrastrukturanbieter mit einem hohen Grad an Regulierung Experten darin, transparente und höchst sichere Kapitalmärkte aufzubauen, zu beladen und zu betreiben. Mit unserem strategischen Fokus auf Wachstum in den neuen Technologien als Teil unserer Roadmap 2020 ist es ein natürlicher Schritt, dass wir uns diese Entwicklungen rund um Distributed-Ledger-Technologie erschließen.”

Für die Tokenverwaltung will die Deutsche Börse auf Custodigit setzen, so Hachmeister weiter, ein 2018 von Swisscom und Sygnum gegründetes Unternehmen, an dem sich der Börsenbetreiber beteiligen wird:

“Im Ökosystem wird die Custodigit AG eine technische Lösung für die Verwahrung von Digital Assets anbieten. Das zweite Unternehmen, die daura AG, wird die technische Lösung zur Emission betreiben. Die von dem Unternehmen entwickelte Plattform verwendet die Distributed Ledger-Technologie zur Emission, sicheren Übertragung und Registrierung von Aktien kleiner und mittlerer Schweizer Unternehmen (KMU)”.

Interessant an der Partnerschaft mit der Swisscom ist, dass diese einem deutschen Konkurrenten beim Aufbau einer Blockchain-Börse helfen wird. Die Schweizer Börse SIX verfolgt ähnliche Pläne und hat für die zweite Jahreshälfte erste Tests mit einem auf Blockchain-Technologie basierenden, digitalen Handelsplatz angekündigt.