Brasilien: Politiker veröffentlicht Wahlprogramm per Blockchain

Fernando Haddad, Präsidentschaftskandidat der brasilianischen Arbeiter-Partei, hat sein Wahlprogramm per Blockchain veröffentlicht, wie er am 14. Oktober auf seiner Webseite mitteilte.

Laut der Mitteilung entschied sich Haddad für die Nutzung der Blockchain-Technologie, da er im bisherigen Wahlkampf stark mit „Fake News“ konfrontiert wurde. Informationen, die auf einer Blockchain gespeichert werden, können nicht manipuliert oder zensiert werden, weshalb er nun die Technologie zum Einsatz bringt.

Des Weiteren heißt es in der Mitteilung, dass Haddad während seiner Zeit als Bürgermeister von Sao Paulo (2013-2017) schon auf freizugängliche Software zurückgegriffen hatte, um damit verschiedene Stadtprojekte auszuwerten, darunter auch der Gemeinde-Masterplan, wobei „Nutzer aus dem Internet Unterstützung geleistet haben.“

Haddad ist nicht der einzige Präsidentschaftskandidat, der die Blockchain anwendet. Das Krypto-Nachrichtenmagazin Criptomoedas Facil berichtet, dass auch Joao Amoedo und Marina Silva die Technologie für sich und ihren Wahlkampf nutzen.  

So schlägt Amoedo vor eine „digitale Regierung“ zu schaffen, die alle öffentlichen Informationen auf einer dezentralisierten Plattform speichert. Silva hatte die Distributed-Ledger-Technologie (DLT) hingegen eingesetzt, um Spenden für ihre Kandidatur zu sammeln.

In der ersten Phase der Präsidentschaftswahl 2018 hatten Haddad und Manuela d’Avila, seine Kandidatin für das Amt der Vize-Präsidentin, zusammen 30% aller Stimmen gewonnen. Allerdings mussten sie sich dem rechtsradikalen Kandidaten Jair Bolsonaro geschlagen geben.

Bolsonaro, der zuvor seine Sympathie für das ehemalige Militär-Regime ausgedrückt hatte, konnte mit seinem rechten Populismus alle Erwartungen übertreffen, so hatte er versprochen, dass er für die Rückkehr „traditioneller“ brasilianischer Werte stehe.

Obwohl er den ersten Wahlgang mit fast 47% aller Stimmen gewinnen konnte, schaffte er es trotzdem nicht, die 50%-Hürde zu erreichen, um damit am 28. Oktober eine Stichwahl gegen Haddad zu vermeiden.

Wie Cointelegraph im Januar berichtet hatte, erwägte die brasilianische Regierung, öffentliche Volksabstimmungen über ein Blockchain-basiertes Etherum-Netzwerk abzuwickeln. Dazu sollte eine App für Mobiltelefone entwickelt werden, damit so über eine dezentralisierte Plattform abgestimmt werden könnte.