Ethereum Mitgründer Vitalik Buterin hat vorgeschlagen, die Blockchain von Bitcoin Cash kurzfristig zur Skalierung des Ethereum-Netzwerks zu nutzen. Die entsprechende Idee hat er am 13. Juli auf der Webseite von Ethereum Research skizziert.
Wie zuvor berichtet, hat das Ethereum-Netzwerk Probleme mit der eigenen Skalierbarkeit, da die zugrundeliegende Blockchain lediglich 15 Transaktionen pro Sekunde (TPS) abwickeln kann, während der große Konkurrent Ripple schätzungsweise sogar 1.500 TPS schafft.
Dementsprechend arbeitet Ethereum schon am Nachfolger Ethereum 2.0, der wichtige Verbesserungen für die Skalierbarkeit mit sich bringen soll. Der wohl entscheidende Aspekt ist dabei die Umstellung vom Proof-Of-Work (PoW) Konsensverfahren auf das sogenannte Proof-Of-Stake (PoS) Konsensverfahren.
Obwohl erste Schritte der Umstellung auf Ethereum 2.0 schon ab 2020 erfolgen sollen, hat sich Buterin nun für den vorübergehenden Einsatz von anderen Blockchains ausgesprochen, um das Problem der Skalierbarkeit zumindest kurzfristig lösen zu können. Dahingehend sieht Buterin die Blockchain von Bitcoin Cash als perfekte Alternative, da die Blockchain der Kryptowährung 53 Kilobytes (KB) pro Sekunde verarbeiten kann im Gegensatz zu den 8 KB von Ethereum.
Außerdem sieht Buterin in der Blockchain von Bitcoin Cash drei weitere große Vorteile und zwar, die niedrigen Transaktionsgebühren, das Vorhandensein der nötigen Infrastruktur und die Offenheit der Bitcoin Cash Community gegenüber der Zusammenarbeit mit anderen Blockchains.
Die jüngsten Äußerungen von Buterin kommen allerdings überraschend, da sich der Ethereum Mitgründer in der Vergangenheit schon gegen den Einsatz von Bitcoin Cash ausgesprochen hatte. Damals sah er dessen 10-minütige Block-Durchlaufzeit als problematisch an.
In der breiteren Krypto-Community wurden die neuen Vorschläge allerdings eher negativ aufgefasst, da viele Stimmen befürchten, dass eine solche Kooperation sowohl für Ethereum als auch für Bitcoin Cash von Nachteil wäre.
So meint Fracis Pouliot, der Mitgründer der Blockchain-Beratungsagentur Catallaxy, dass Ethereum damit das eigene Scheitern eingestehen würde, da das Problem der Skalierbarkeit somit nur nach hinten verschoben und nicht gelöst wird.
Joseph Lubin, ein weiterer Mitgründer von Ethereum, hatte kürzlich jedoch behauptet, dass Ethereum bereits „bereits beträchtliche Fortschritte bei der Skalierbarkeit erreicht hat“.
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