Camelot Consulting Group will Patientendaten mit Blockchain-Plattform managen

Die Camelot Consulting Group hat eine Blockchain-basierte Lösung zum Management sensibler Patientendaten entwickelt und will diese auf der  zwischen dem 10. Und 12. April in Montreux stattfindenden LogiPharma-Konferenz vorstellen, teilte das Beratungsunternehmen am 9. April in einer Pressemitteilung mit.

Mit der Hypertrust X-Chain genannten Lösung will das Unternehmen dem Healthacer-Sektor eine hochsichere digitale Plattform für den Austausch von Gesundheitsdaten von Patienten anbieten. Über Hypertrust X-Chain sollen alle für den Therapieprozess autorisierten Akteuren auf Basis der Blockchain-Technologie mittels einer dezentralen Datenablage zur Verfügung gestellt werden.

Die einzelnen Transaktionen der auf einer Blockchain verschlüsselt und unveränderlich gespeicherten Daten sollen dabei direkt zwischen den autorisierten Teilnehmern stattfinden. Schnittstellen sollen darüber hinaus die "Integration von Partnersystemen" ermöglichen, "eine Echtzeit-Temperatur-, Lokations- und Qualitätskontrolle sowie sichere Herkunftsnachweise", schreibt das Unternehmen.

Welchen Vorteil das neue System gegenüber herkömmlichen Methoden bietet, macht die Camelot Consulting Group anhand des Beispiels von extrakorporalen Zelltherapien deutlich, bei denen Patienten Zellen entnommen und in einem aufwendigen, mehrstufigen Prozess aufbereitet werden.

"An diesem Prozess sind viele verschiedene Akteure wie zum Beispiel die behandelnde Klinik, das Zellentnahmezentrum, Logistikdienstleister und Pharmaunternehmen beteiligt. Wichtige Daten werden heute zum großen Teil noch analog übermittelt, um dann im Zuge des weiteren Prozesses erneut erfasst zu werden. Das Risiko von fehlerhaften Daten und Datenmissbrauch ist damit immens hoch."

Hypertrust X-Chain ermögliche mit seinem sogenannten "closed-loop supply chain"-Ansatz, dass es bei der Therapie zu keinen Verwechslungen von Proben und Daten oder deren Missbrauch komme, so das Unternehmen.

Die von der Camelot Consulting Group entwickelte Plattform reiht sich in eine immer länger werdende Liste von Blockchain-Projekten für das Datenmanagement ein. Chiles nationale Energieregulierungsorganisation hat vor wenigen Tagen bekanntgegeben, Daten des nationalen Energiesektors künftig über eine auf Ethereum basierende Plattform zu verwalten.

Die polnische Großbank PKO Bank Polski hat vor kurzem angekündigt, ein Blockchain-basiertes Speicher- und Verifikationssystem für das Dokumentenmanagement seiner Bankkunden einführen zu wollen. Wie Cointelegraph auf Deutsch im März berichtete, wird beim Automobilhersteller Audi die Blockchain-Technologie aktuell zur Abwicklung von physischen und finanziellen Distributionsprozessen bei internationalen Logistikabläufen getestet.