Audi testet Blockchain für die Distribution

Der Ingolstädter Automobilhersteller Audi testet Blockchain-Technologie zur Abwicklung von physischen und finanziellen Distributionsprozessen, wie das Fachmedium “Die Publikation” gestern, am 29. März, bekanntgab. Ziel ist dabei, die weltweiten Lieferketten sicherer und transparenter zu gestalten.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Audi erfolgreich einen ersten Proof of Concept (POC), der mit Hyperledger Fabrics realisiert wurde, umgesetzt. Aufgrund der positiven Resonanz entschied sich das Management, jenen POC weiterzuentwickeln. Derzeit ist ein Team mit Vertretern aus diversen Unternehmensbereichen wie Finanz, Produktion/Logistik und IT mit der Ausarbeitung eines ersten konkreten Proof of Concepts beschäftigt. Zum Beispiel testet das Forschungsteam die Anwendung zur Abbildung und Dokumentation internationaler Logistikabläufe sowie zu deren finanzieller Abwicklung.

Außerdem wird geprüft, wie man die Blockchain beim sicheren Datenaustausch, bei der Effizienzsteigerung von Lieferketten, beim Handel mit lokal erzeugter Energie und beim Management digitaler Identitäten effizient anwenden kann.

Damit ist die Blockchain aus Unternehmenssicht nicht nur einfach ein Hype, sondern eine neue Kerntechnologie. Alexander Dietlmeier, Leiter Group Treasury bei der Audi AG, sagte schon in einem Interview gegenüber “Die Produktion”, Blockchain hätte das Potential, die verschiedenen Arbeitsweisen eines Industriebetriebs zu verändern und uns neue Möglichkeiten zu eröffnen. Dietmeier hatte auch betont, dass er sich gut vorstellen kann, dass Audi ebenfalls Kryptowährungen als Zahlungsart anbieten wird.

Die deutschen Autobauer BMW, Mercedes und Porsche haben ebenfalls in der letzten Zeit für Schlagzeilen gesorgt, indem sie neuerdings mit Blockchain-Technologie experimentieren. Mercedes-Benz, oder besser gesagt, die Muttergesellschaft, der Automobilkonzern Daimler AG, bringt mit MobiCoin eine eigene Kryptowährung auf den Markt, um Autofahrer für umweltfreundliche Fahrgewohnheiten zu belohnen. Darüber hinaus erforscht der Automobilhersteller Porsche in Kooperation mit dem Berliner Startup XAIN die Nutzung von Blockchain-Apps in seinen Fahrzeugen. Und auch BMW baut offenbar sein Blockchain-Repertoire aus; der Autobauer soll angeblich eine Partnerschaft mit einem Blockchain-Startup planen, um ethisches produziertes Kobalt für seine Produkte zu beschaffen.