Ohne Regierungskontrolle: Katalonien präsentiert dezentralisiertes ID-System

Die katalanische Regierung hat das dezentrale Identitätssystem IdentiCAT vorgestellt.

Präsident Quim Torra und der Minister für digitale Politik und Verwaltung Jordi Puigneró haben das Projekt am 7. September angekündigt, wie die lokale Medienplattform VilaWeb berichtete. Bemerkenswert ist, dass die Regierung erklärte, dass sie keinen Zugang zu den Daten der Bürger haben würde.

Schutz der Privatsphäre

Die Ausschreibung für die Systementwicklung - die bis 2020 abgeschlossen werden soll - beginnt in Kürze bei 550.000 Euro.

Bürger, die IdentiCAT verwenden, sollen wählen können, welche Daten sie bereit sind, an die Regierung weiterzugeben. Sie können auch beantragen, einen Teil davon zu speichern und an Dritte weiterzugeben.

Das System soll sowohl den ansässigen Bürgern als auch den im Ausland lebenden Katalanen, die dieses nutzen wollen, angeboten werden. Torra sagte dazu:

"Jetzt ist es an der Zeit, die digitale Revolution anzuführen. Wir sprechen von einer Unternehmergesellschaft, die für soziale Neuerungen und Innovationen offen ist. Das Ziel dieser Regierung ist es, die Menschen in den Mittelpunkt ihrer Politik zu stellen, auch die digitalen."

Dezentralisierung als Chance zur Stärkung der Bürger und Rechte

Torra betonte auch, dass Katalonien sich Gedanken um das Konzept der digitalen Staatsbürgerschaft und der Blockchain-Technologie mache. Dazu behauptete er, Katalonien wolle das erste Land sein, das eine dezentrale digitale Identität einführt. Sierra Leone plant, bis Ende 2019 ein Blockchain-fähiges nationales Identitätssystem vollständig einzuführen.

Puigneró erklärte:

"Einige werden das Projekt in Frage stellen wollen, weil sie vielleicht Angst davor haben, dem Volk Macht zu geben. Lasst uns ein Land sein, das vorankommt. Denn sie wissen, dass wir als Land unaufhaltsam sind, wenn wir dem Volk die Macht geben. [...] Die Republik, die wir wollen, ist eine, die die Bürger stärkt und keine, die sie kontrolliert, sie unterdrückt oder sie wie digitale Ware behandelt."

Abschließend erklärte er, dass das System nicht zur Identifizierung von Bürgern verwendet werde. Er sagte, dass das eher ein privater Weg sein werde, um auf digitale Dienste zuzugreifen, die Wirtschaft zu entwickeln und die Bevölkerung zu stärken.

Wie Cointelegraph Ende August berichtete, soll im Rahmen einer neuen Partnerschaft zwischen einer Entwicklungsbank, einer Nichtregierungsorganisation und einem Technologieunternehmen ein Blockchain-basiertes Identitätssystem zur Verbesserung der finanziellen Integration in Buenos Aires entwickelt werden.