Ein Bundesrichter hat den ehemaligen Binance-CEO Changpeng "CZ" Zhao wegen Verstoßes gegen das US-Geldwäschegesetz zu vier Monaten Haft verurteilt.
In einer Anhörung am 30. April vor dem U.S. District Court for the Western District of Washington verurteilte Richter Richard Jones Zhao zu vier Monaten Haft. Die Staatsanwaltschaft hatte für den ehemaligen Binance-CEO eine Haftstrafe von drei Jahren empfohlen, weil er es versäumt hatte, während seiner Zeit bei der Kryptobörse ein wirksames Anti-Geldwäsche-Programm (AML) einzurichten. Im November bekannte er sich dieses Vorwurfs schuldig. CZs Anwälte beantragen hingegen eine Bewährungsstrafe.
Laut Berichten aus dem Gerichtssaal sagte Richter Jones, dass es keine Beweise dafür gebe, dass Zhao "jemals über bestimmte illegale Aktivitäten bei Binance informiert war", und lehnte den Antrag der Staatsanwaltschaft ab, das Strafmaß von 18 Monaten auf drei Jahre zu erhöhen. In den Schlussplädoyers schlugen die Anwälte der Regierung vor, dass CZ eher um Vergebung bitte als davor um Erlaubnis zu fragen. Es sollte ihm nicht erlaubt sein, von seinen Handlungen zu profitieren.
"Die Inhaftierung ist notwendig, um die Schwere des Vergehens widerzuspiegeln", so Kevin Mosley für die Staatsanwaltschaft. Er fügte noch hinzu: "Eine Bewährungsstrafe wird andere dazu anregen, das Gesetz zu brechen, und zwar in größtmöglichem Umfang."
Die Anwälte von Zhao verwiesen auf Informationen in Dokumenten, die dem Gericht vorgelegt wurden, aber für die Öffentlichkeit versiegelt sind, als "zwingenden Faktor", den der Richter bei der Urteilsfindung berücksichtigen müsse. Sein Anwaltsteam argumentierte, dass Richter Jones eine Bewährungsstrafe von weniger als sechs Monaten verhängen könnte, da Zhaos Reichtum ihn im Gefängnis zur Zielscheibe machen könnte.
Vor seiner Verurteilung entschuldigte sich CZ für seine Taten und sagte, er habe "viel Zeit zum Nachdenken und Reflektieren gehabt". Er fügte hinzu, er übernehme die Verantwortung für das Versagen von Binance, ein effektives AML-Programm zu implementieren. Nach der Entscheidung von Richter Jones sagte Zhao, er werde sich zu einem späteren Zeitpunkt selbst im Gefängnis melden.
Die Anhörung war ursprünglich für Februar angesetzt worden, da sie im Anschluss an die Verurteilung des ehemaligen FTX-Geschäftsführers Sam Bankman-Fried stattfinden sollte, der im November in sieben Anklagepunkten für schuldig befunden wurde. Ein Richter verurteilte Bankman-Fried zu 25 Jahren Gefängnis, aber seine Anwälte haben Berufung eingelegt, sowohl gegen den Schuldspruch als auch gegen das Urteil.
Viele, die bei der Anhörung von CZ anwesend waren, meinten, das Ereignis sei nicht so öffentlichkeitswirksam wie der Prozess oder die Verurteilung von Bankman-Fried, bei denen sich lange Schlangen vor dem Gerichtsgebäude in New York City bildeten. Auch die Anwälte des Justizministeriums wehrten sich gegen einen Vergleich der beiden Krypto-Promis und fügten hinzu, dass es bei den Verbrechen nicht um ihre Persönlichkeiten gehe.

Zhao trat als Binance-CEO zurück und bekannte sich im Rahmen eines Vergleichs mit den US-Behörden der Anklage schuldig. Die Kryptobörse erklärte sich im Zuge dessen bereit, 4,3 Milliarden US-Dollar für "zivilrechtliche Durchsetzungsmaßnahmen" zu zahlen. Die Einigung hat keinen Einfluss auf die laufende Zivilklage gegen Binance, Binance.US und CZ, die von der US-Börsenaufsicht SEC im Juni 2023 eingereicht wurde.
Nach seinem Rücktritt als CEO im November hat CZ gesagt, er wolle sich "von Twitter fernhalten" und hat sich nicht öffentlich zu dem Strafverfahren geäußert. Im März rief er die Giggle Academy ins Leben, ein Bildungsprojekt zum Thema Krypto und Blockchain für junge Menschen. Richard Teng, der ehemalige Leiter der regionalen Märkte von Binance, wurde nach Zhaos Abgang der neue CEO.
Alex Maschinski wird nach Bankman-Fried und Zhao eine der nächsten bedeutenden Persönlichkeiten im Kryptobereich sein, die sich vor Gericht verantworten muss. Der Strafprozess gegen den ehemaligen CEO von Celsius soll im Januar 2025 in den Vereinigten Staaten beginnen.
Melde dich bei unseren Sozialen Medien an, um nichts zu verpassen: X, YouTube, Instagram und Telegram – aktuelle Nachrichten, Analysen, Expertenmeinungen und Interviews mit Fokus auf die DACH-Region.