Der globale Chefökonom einer wichtigen Investmentfirma hat Kryptowährungen in einem Gastkommentar zu Investmentfonds kritisiert, der von der Nachrichtenseite ETF.com gestern, am 21. Mai veröffentlicht wurde.
Joe Davis, der globale Chefökonom und Leiter der Vanguard Investment Strategy Group behauptete, dass Blockchain-Technologien vielversprechend sind, den Aufstieg von Kryptowährungen vergleicht er jedoch mit der "Tulpenmanie" in den Niederlanden im 17. Jahrhundert, einem klassischen Beispiel für einen Blasen-Markt.
Davis, dessen Firma laut Berichten seit diesem Januar globale Assets mit einem Gesamtwert von 4,33 Bio. Euro kontrolliert, leitet sein Schreiben damit ein, dass er seinen Enthusiasmus für Blockchain-Technologien ausdrückt, die - wie er anmerkt - auch von Vanguard genutzt werden, fügt allerdings hinzu:
"Was Bitcoin als Währung angeht? Ich sehe die annehmbare Möglichkeit, dass ihr Preis gegen Null geht."
Daraufhin stellt Davis den potenziell fehlgeleiteten Vergleich zwischen der Währung und Hollands damaliger Manie für Tulpen her und betont, dass Kryptowährungen "anders als Tulpen [...] nicht sehr hübsch in einer Vase aussehen."
Laut Davis ist es fraglich, ob Kryptowährungen tatsächlich als Währungen gelten sollten, da sie - laut ihm - zwar als Recheneinheit und als Tauschmittel, aber nicht als Wertaufbewahrungsmittel betrachtet werden können:
"Auch wenn Kryptowährungen sich für Nischenzwecke qualifizieren, scheinen ihre Zukunftsperspektiven zweifelhaft."
Davis schreibt im Folgenden, dass Kryptowährungen keine Cash Flows oder Dividenden erschaffen, ihr Preis von Spekulationen abhängt, sie nicht mit dem Wert von Blockchain-Technologien in Verbindung stehen und dafür sorgen, dass Krypto-Investoren ihre Investitionen in die traditionellen Märkte senken. "Als Investmentfall ist Bitcoin wenig anziehend", so Davis und fährt fort:
"Bitcoin ist eine Investition in Blockchain, genau wie Pets.com eine Investition in das Internet war."
Im Herbst 2017 verfasste Nasdaq ein Schriftstück mit fünf Gründen, warum Bitcoin (BTC) ganz anders als die Tulpenmanie des 17. Jahrhunderts ist und auch, warum das rasante Wachstum der führenden Kryptowährung "keine Blase" darstellt.
Tatsächlich scheint die Heftigkeit der Tulpenmanie selbst eine offensichtliche Übertreibung, wobei die Forscherin Anne Goldgar in ihrem Buch zu dem Thema schrieb: "Es waren nicht so viele Menschen beteiligt und die wirtschaftlichen Auswirkungen waren ziemlich gering."
Nachdem auch Wall Streets Mogul Warren Buffett Anfang der Woche heftig gegen Bitcoin wetterte und es "Rattengift zum Quadrat" bezeichnete, veröffentlichte Cointelegraph einen Expert Take darüber, warum die Wall Street zurückfallen wird, wenn sie nicht mit Investitionen in die neuen Technologien wie Blockchain nachzieht.
Melde dich bei unseren Sozialen Medien an, um nichts zu verpassen: X, YouTube, Instagram und Telegram – aktuelle Nachrichten, Analysen, Expertenmeinungen und Interviews mit Fokus auf die DACH-Region.