Cointelegraph
Amin Haqshanas
Verfasst von Amin Haqshanas,Redaktionsautor
Bryan O'Shea
Geprüft von Bryan O'Shea,Redakteur

Coinbase-Chef: Änderungen am GENIUS Act sind „rote Linie“

Brian Armstrong wirft dem Bankensektor vor, mit der Lobbyarbeit um mögliche Änderungen am neuen GENIUS Act unethisch vorzugehen und eine „rote Linie“ zu überschreiten.

Coinbase-Chef: Änderungen am GENIUS Act sind „rote Linie“
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Brian Armstrong, der CEO von Coinbase, mahnt, jeder Versuch, den GENIUS Act wieder aufzurollen, würde eine „rote Linie“ überschreiten, und warf den Bankensystem vor, politischen Druck auszuüben, um den Wettbewerb durch Stablecoins und Fintech-Plattformen zu blockieren.

In einem Beitrag auf X am Sonntag erklärte Armstrong dahingehend, er sei „beeindruckt“, dass Banken so offen und ohne Gegenwehr Lobbyarbeit im Kongress betreiben könnten, und fügte hinzu, dass Coinbase sich weiterhin gegen Bemühungen zur Änderung des Gesetzes wehren werde. „Wir werden nicht zulassen, dass jemand GENIUS wieder aufrollen lässt“, schrieb er.

„Meine Prognose ist, dass die Banken in ein paar Jahren tatsächlich ihre Meinung ändern und sich FÜR die Möglichkeit einsetzen werden, Zinsen und Renditen auf Stablecoins zu zahlen, sobald sie erkennen, wie groß diese Chance für sie ist. Es ist also zu 100 % vergebliche Mühe ihrerseits (und darüber hinaus unethisch)“, fügte Armstrong hinzu.

Der GENIUS Act, der nach monatelangen Verhandlungen verabschiedet wurde, verbietet den Emittenten von Stablecoins die direkte Zahlung von Zinsen, erlaubt jedoch Plattformen und Dritten, derartige Prämien anzubieten.

Coinbase-Chef warnt vor Änderungen am GENIUS Act. Quelle: Brian Armstrong

Banken gehen gegen Stablecoin-Zinsen vor

Armstrongs Kommentare waren eine Reaktion auf einen Beitrag von Max Avery, Vorstandsmitglied und Leiter der Geschäftsentwicklung bei der Digital Ascension Group, der darlegte, warum Teile des Bankensektors die US-Politik dazu drängen, das Gesetz zu überarbeiten.

Avery argumentierte, dass die vorgeschlagenen Änderungen über das Verbot direkter Zinszahlungen durch Stablecoin-Emittenten hinausgehen und stattdessen „Erträge“ allgemein einschränken würden, wodurch indirekte Mechanismen zur Gewinnbeteiligung, die von Plattformen und Dritten angeboten werden, grundsätzlich unterbunden würden.

Avery wies darauf hin, dass Banken derzeit zwar rund 4 % auf ihre bei der Federal Reserve geparkten Reserven verdienen, Verbraucher jedoch oft fast keine Zinsen auf herkömmlichen Sparkonten erhalten. Stablecoin-Plattformen bedrohen dieses Geschäftsmodell, indem sie einen Teil dieser Rendite an die Nutzer weitergeben, so Avery.

„Sie bezeichnen es als ‚Sicherheitsrisiko‘. Sie machen sich Sorgen um die ‚Einlagen bei lokalen Banken‘“, unkte er und fügte hinzu, dass unabhängige Untersuchungen „keinerlei Anzeichen für einen überproportionalen Abfluss von Einlagen aus lokalen Banken zeigen“.

US-Politik will Stablecoin-Zahlungen von Steuer befreien

Letzte Woche haben US-Parlamentarier zudem einen Diskussionsentwurf vorgestellt, der darauf abzielt, die Steuerlast für alltägliche Krypto-Nutzer zu verringern, indem kleine Stablecoin-Transaktionen von der Kapitalertragssteuer befreit werden. Der von den Abgeordneten Max Miller und Steven Horsford eingebrachte Vorschlag würde Zahlungen von bis zu 200 US-Dollar in regulierten, an den US-Dollar gekoppelten Stablecoins ermöglichen, um eine Gewinn- oder Verlustrealisierung zu vermeiden.

Über Zahlungen hinaus zielt der Gesetzentwurf auf Steuerfragen im Zusammenhang mit Staking und Mining ab, indem er Steuerzahlern erlaubt, die Erfassung von Einkünften aus Prämien um bis zu fünf Jahre aufzuschieben.

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