Die Coinbase-Aktie (COIN) stieg in der ersten Stunde vom 15. Februar um 6 % an, was allen voran durch steigende Krypto-Kurse und eine kürzliche Hochstufung des eigenen Ratings durch die Analysten von JPMorgan begünstigt wurde.
Nachdem die Aktie der Kryptobörse im Januar herabgestuft wurde, änderte der JPMorgan-Analyst Kenneth Worthington seine Meinung nun wieder und stufte die Aktie von „weniger gewichten“ auf „neutral“ hoch, wobei er dies mit den positiven Auswirkungen der jüngst zugelassenen Bitcoin-Indexfonds (ETFs) auf die Kryptomärkte erklärte. Worthington schrieb am 15. Februar entsprechend an seine Kunden:
„Angesichts der verstärkten Zuflüsse in Bitcoin-ETFs in den letzten Tagen und des deutlichen Kursanstiegs von Bitcoin und jetzt Ethereum kehren wir zu einem neutralen Rating für Coinbase zurück, da wir sehen, dass die höheren Krypto-Kurse das Aktivitätsniveau und die Ertragskraft von Coinbase mit Blick auf das 1Q24 nicht nur aufrechterhalten, sondern verbessern.“
Bitcoin-ETFs haben in ihrem ersten Handelsmonat ein verwaltetes Vermögen (AUM) von über 10 Mrd. US-Dollar erreicht und damit die Prognosen der meisten Analysten übertroffen, die eine solide Nachfrage nach dem Krypto-Investitionsprodukt prognostizierten. Der Verwahrungsarm von Coinbase hat sich mit der Mehrheit der Vermögensverwalter zusammengetan, die im Januar Bitcoin-ETFs aufgelegt haben. Es wird erwartet, dass diese Produkte zwischen 25 und 30 Millionen US-Dollar an Gebühren für das Unternehmen einbringen werden.
Negativ zu vermerken ist, dass die Börse in diesem Jahr möglicherweise trotzdem nicht profitabel sein wird. Laut einer Analyse von InvestingPro hat Coinbase eine negative Betriebsgewinnmarge von -55,53 %. Diese Rentabilitätskennzahl misst die Rentabilität eines Unternehmens nach Zahlung seiner variablen Kosten.
Von Bloomberg befragte Analysten prognostizieren, dass die Kryptobörse für das letzte Quartal 2023 Verluste in Höhe von rund 16 Millionen US-Dollar ausweisen wird. Einige Beobachter weichen jedoch von diesem Konsens ab. So auch John Todaro von Needham & Company, der davon ausgeht, dass Coinbase einen Nettogewinn von 103 Millionen US-Dollar vorbringen wird, was die Börse zum ersten Mal seit zwei Jahren in die Gewinnzone bringen könnte.
Die Geschäfte von Coinbase werden derweil auch durch rechtliche Probleme mit den Aufsichtsbehörden negativ beeinträchtigt. Die US-Börsenaufsicht SEC verklagte die Handelsplattform im Juni 2023 wegen des angeblichen Angebots nicht registrierter Wertpapiere.
Dennoch scheinen die Anleger die langfristigen Perspektiven der Börse sehr zu schätzen. Die einjährige Gesamtrendite der Aktie liegt entsprechend bei 131 %. InvestingPro stellt fest, dass COIN derzeit mit einem „hohen Kurs-Buchwert-Multiplikator“ gehandelt wird, was bedeutet, dass die Aktie im Vergleich zum tatsächlichen Nettovermögen des Unternehmens überbewertet sein könnte.
Analyst Worthington von JPMorgan hat das Kursziel für die Aktie zunächst bei 80 US-Dollar belassen, was deutlich über dem Handelskurs von 170 US-Dollar zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts liegt.
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