Coinfloor erklärt gegenüber Cointelegraph Rückkehr zum „Alleinunterhalter“ Bitcoin

Die Londoner Kryptobörse Coinfloor wird ab Januar alle Kryptowährungen bis auf Bitcoin (BTC) aus ihrer Notierung nehmen.

Wie die älteste Kryptobörse Großbritanniens am 17. Dezember in einem Blogeintrag bekanntgegeben hat, wird sie ab dem 3. Januar 2020, also pünktlich zum elften Geburtstag von Bitcoin, alle anderen Kryptowährungen aus ihrem Angebot entfernen, darunter auch der marktführende Altcoin Ether (ETH) und Bitcoin Cash (BCH).

Coinfloor Geschäftsführer: Nur Bitcoin ist bisher etabliert

Obi Nwosu, der Geschäftsführer und Gründer von Coinfloor, erklärt, dass sein Unternehmen sich zu diesem Schritt entschieden habe, da es lediglich auf „etablierte“ Kryptowährungen setzen will.

Im Interview mit Cointelegraph gibt Nwosu dementsprechend an, dass Bitcoin bisher noch „der Alleinunterhalter“ unter den Kryptowährungen ist, der sich klar vom Rest des Feldes absetzt und sich immer mehr zum Wertaufbewahrungsmittel im Sinne von digitalem Gold aufschwingen kann.

Im Gegensatz dazu sieht Nwosu Ethereum noch nicht als vollständig etabliert an, da die Blockchain noch mehrere entscheidende Hürden zu nehmen hätte, allen voran der Umstieg auf Ethereum 2.0, der ebenfalls im Januar 2020 vollzogen werden soll. Allein darin sieht Nwosu schon eine Bestätigung für seine Einschätzung von Ethereum, da die Entwickler der Blockchain wohl kaum an Version 2.0 arbeiten würden, wenn Version 1.0 bereits voll funktionstüchtig wäre. So arumentiert er:

„Mal ganz objektiv betrachtet: Wenn die Entwickler schon an einer neuen Version von Ethereum arbeiten, dann löst die jetzige Version scheinbar noch nicht die Probleme, für die es konzipiert wurde.“

Bitcoin wäre in dieser Hinsicht bereits einen Schritt weiter, selbst wenn auch die Entwickler der marktführenden Kryptowährung immer noch an Verbesserungen arbeiten. Hierin sieht Nwosu keinen Widerspruch:

„Es wird versucht, Bitcoin noch zu verbessern, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass Bitcoin jetzt schon das Problem löst, für das sie geschaffen wurde. Alles andere ist nur noch eine Zugabe. Das Problem ist bereits gelöst.“

Ether könnte Comeback schaffen

Sobald Coinfloor im Januar zu einer exklusiven Bitcoin-Börse wird, können die Nutzer auf der Plattform keine Einzahlungen, Käufe oder Verkäufe mehr in Ether tätigen. Verwahrung und Auszahlung von Ether ist allerdings weiterhin möglich gegen eine erhöhte „Veraltungsgebühr“, wie es in einer offiziellen Mitteilung heißt.

Obwohl Coinfloor Ether zunächst zwar von der eigenen Handelsplattform nimmt, könnte die zweitgrößte Kryptowährung in der Zukunft auch wieder ein Comeback auf der Kryptobörse feiern, vorausgesetzt, sie hat sich bis dahin „etabliert“, wie Nwosu angibt.

Der Coinfloor Geschäftsführer vermutet, dass sein Unternehmen die erste Kryptobörse ist, die sich zurück auf Bitcoin besinnt und alle anderen Kryptowährungen rausschmeißt. Nwosu sieht Coinfloor damit „einen Schritt vor der Konkurrenz“, da er davon ausgeht, dass viele seiner Wettbewerber es ihm bald gleich tun werden.