Die Verbraucherschutzgruppe Consumers Research veröffentlichte am 12. September einen Bericht, in dem sie vor dem Stablecoin-Emittenten Tether warnte. Sie rügte das Unternehmen wegen mangelnder Transparenz in Bezug auf seine US-Dollar-Reserven.

Die Verbraucherschutzgruppe behauptete, dass Tether trotz zahlreicher Versprechen des Stablecoin-Emittenten, seine Reserven zu prüfen und offenzulegen, noch keinen vollständigen Audit der eigenen US-Dollar-Reserven von einer angesehenen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vorgelegt hat, mit denen der USDT-Stablecoin angeblich abgesichert ist.

Dieser Mangel an Transparenz ist vergleichbar mit der Situation, die zum Zusammenbruch von FTX und Alameda Research geführt hat, wie die Autoren des Berichts von Consumers Research warnen.

Liste der Verfehlungen von Tether laut Consumers Research. Quelle: Consumers Research

Begleitet wurden die Behauptungen der Gruppe von einem offenen Brief an alle Gouverneure der Vereinigten Staaten, in dem auf die vermeintlich mangelnde Transparenz bei Tether hingewiesen wurde. Auch eine Radiowerbung der Verbraucherschützer und eine eigene Website, auf der die Behauptungen näher erläutert werden, sollen die Reichweite und Ernsthaftigkeit der Warnung unterstreichen.

Die Verbraucherschützer schlossen ihren Bericht mit dem Vorwurf, Tether mache „Geschäfte mit schlechten Akteuren“ und verhindere nicht, dass illegale Unternehmen USDT zur Umgehung internationaler Sanktionen nutzen.

Auszug aus dem Brief von Consumers Research an mehrere Gouverneure. Quelle: Consumers Research

Tether grundsätzlich kooperationsbereit?

Im Januar beruhigte Howard Lutnick, der CEO von Cantor Fitzgerald – das Unternehmen, das das US-Wertpapierportfolio von Tether verwaltet – die Öffentlichkeit über die Barreserven des Stablecoin-Emittenten. Damals behauptete Lutnick: „Nach dem, was wir gesehen haben, und wir haben eine Menge Arbeit geleistet, haben sie das Geld, das sie sagen, dass sie haben.“

Tether hat im Juli den ehemaligen Chainalysis-Chefvolkswirt Philip Gradwell eingestellt, um die Transparenz zu erhöhen und Berichte über die USDT-Nutzung zu erstellen. Diese Berichte werden US-Aufsichtsbehörden und Anlegern zur Verfügung gestellt und helfen dabei, Licht in die Nutzung des Stablecoins zu bringen.

Im August gab der CEO von Tether, Paolo Ardoino, zudem bekannt, dass das Unternehmen seit 2014 mehr als 145 Strafverfolgungsbehörden bei der Wiederbeschaffung von 108,8 Millionen USDT im Zusammenhang mit illegalen Aktivitäten unterstützt hat.

In der ersten Septemberhälfte kündigte Tether außerdem eine Zusammenarbeit mit Tron an, um eine gemeinsame Abteilung für Finanzkriminalität zu gründen. Die neue „T3 Financial Crime Unit“ wird dabei helfen, illegale USDT-Transaktionen im Tron-Netzwerk – dem größten Blockchain-Netzwerk für USDT-Handel – zu identifizieren und einzufrieren.

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