Die Trade-Finance-Plattform Marco Polo des Blockchain-Konsortiums R3 hat ihre ersten tatsächlichen Transaktionen durchgeführt. Das wurde in einer Pressemitteilung der Commerzbank, die auch zu den Teilnehmern gehört, am 28. März bestätigt.
Die Plattform Marco Polo baut auf der Unternehmens-Blockchain-Plattform von R3 namens Corda auf und hat ein Handelsgeschäft zwischen Deutschland und China ermöglicht. Dabei drehte es sich um zwei deutsche Unternehmen.
Die Transaktionen, die gleichzeitig als Pilotprojekt für Marco Polo dienten, wurden zwischen dem Tech-Konzern Voith und dem Pumpenhersteller KSB SE durchgeführt.
Bei einer Transaktion wurden hydraulische Spezialkupplungen von Deutschland nach China geliefert. Bei einer weiteren ging es um Pumpen, die ausschließlich innerhalb Deutschlands geliefert wurden.
Die Banken, die dieses Projekt ermöglicht haben, waren die deutschen Bankenriesen Commerzbank und Landesbank Baden-Württemberg. Die Finanzierung wurde über Marco Polo abgewickelt, während Corda den Informationsfluss abbildete.
"Die Transaktion zeigt, dass die Blockchain-Technologie unseren Kunden sowohl für den Handel mit dem Ausland als auch national Zahlungsabsicherung und Finanzierung mit modernsten Mitteln bietet", so Nikolaus Giesbert, Bereichsvorstand Trade Finance & Cash Management der Commerzbank, in der Pressemitteilung. Er fügte hinzu:
"Wir sehen hierin eine wertvolle Möglichkeit, gemeinsam innovative Trade-Finance-Lösungen zu entwickeln und im Markt einzuführen."
Die Commerzbank und die anderen am Pilotprojekt beteiligten Unternehmen gaben an, dass sie weiter experimentieren würden, und schließlich ganze Transaktionsprozesse über Marco Polo durchführen wollen.
Die Vermarktung von Marco Polo verlief im Vergleich zu seinen wichtigsten Konkurrenten schleppend. Zu diesen Konkurrenten zählt etwa We.trade von IBM, das im vergangenen Jahr seine Markteinführung feierte.
Letzten Monat erklärte die Sumitomo Mitsui Banking Corporation, einer weiterer zukünftiger Partner der Plattform und die zweitgrößte Bank Japans nach Vermögenswerten, sie hoffe, die Plattform in der ersten Jahreshälfte 2019 kommerzialisieren zu können.
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