Bitcoin verzeichnet aktuell eine außergewöhnlich hohe Korrelation mit den Aktienmärkten, so hat die Korrelation zwischen der Kryptowährung und dem wichtigen Aktienindex S&P 500 ein neues Rekordhoch erreicht.

Wie die Daten von Skew zeigen, lag die einjährige Korrelation am Donnerstag bei einem Wert von 0,38, nachdem die Kennzahl zuvor in der Woche schon einen neuen Rekord aufgestellt hatte.

Bitcoin - S&P 500 Realized Correlation

Korrelation zwischen Bitcoin und S&P 500. Quelle: Skew

Die Korrelation mit den Aktienmärkten hat zuletzt stetig zugenommen, wodurch der Einjahreswert gleich mehrfache Rekorde aufgestellt und sich dabei selbst übertroffen hat. Auch die einmonatige Korrelation hat am Mittwoch mit 0,78 einen neuen Rekordwert erreicht, seitdem ist sie jedoch zurück auf 0,61 gefallen.

Während die Korrelation zwischen Bitcoin und den Aktienmärkten also neue Höhen erklimmt, hat die Korrelation zwischen der Kryptowährung und Gold nachgelassen. Denkbar ungünstig, denn das Edelmetall ist jüngst auf einen Kurswert von mehr als 1.800 US-Dollar gestiegen, was gleichsam der höchste Stand seit 2011 ist.

Eine neue Studie der Marktforschungsabteilung der Kryptobörse Kraken bestätigt, dass die Zusammenwirkung zwischen Gold und Bitcoin abgenommen hat. So ist die 30-tägige Korrelation zwischen den beiden Wertaufbewahrungsmitteln auf ein viermonatiges Tief von -0,49 abgerutscht, was deutlich schlechter ist als der Jahresdurchschnitt von 0,24.

Zeichen der Reife?

Die Korrelation zwischen Bitcoin und dem Aktienmarkt hat im Zuge der Corona-Krise und nach dem Crash der Kryptowährung auf 3.750 US-Dollar merkbar zugenommen. Ein Bericht von Cointelegraph hatte vermutet, dass diese Zusammenwirkung im Anschluss an das Bitcoin-Halving ein Ende finden könnte, allerdings ist genau das Gegenteil eingetreten. Dies ist womöglich darauf zurückzuführen, dass die Nachwirkungen der Corona-Krise noch immer zu spüren sind.

Obwohl es gemeinhin heißt, dass eine zunehmende Korrelation zwischen Bitcoin und Aktien ein Zeichen der Reife ist, ist Bitcoin nichtsdestotrotz weiterhin anfällig dafür, durch den Derivathandel in Probleme zu geraten.

Einige Experten sind allerdings der Meinung, dass die steigende Korrelation darauf hindeutet, dass Bitcoin inzwischen in immer mehr traditionellen Portfolios auftaucht, was in der Tat ein Beleg für fortschreitende Adoption wäre.

Steht Bitcoin vor neuem Abschwung?

Nachdem das Halving und der damit einhergehende Hype mittlerweile vorüber sind, ist der Bitcoin-Kurs abgeflacht. Dadurch konnte die Kryptowährung allerdings eine außergewöhnlich niedrige Volatilität erzielen, die zuletzt im November 2018 auf einem ähnlichen Wert lag.

Monthly Bitcoin volume trading into fiat or stablecoin

Monatliches Bitcoin-Handelsvolumen in Landeswährungen und Stablecoins. Quelle: CryptoCompare

Die verminderte Volatilität kommt allerdings im Gleichschritt mit verringerten Handelsvolumen, so zeigen die jüngsten Daten, dass die Handelsvolumen für die Währungspaare BTC/USDT und BTC/USD im Juni jeweils um 56 % bzw. 44 % nachgelassen haben.

Je mehr sich der Kurs an der 9.300 US-Dollar Hürde die Zähne ausbeißt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass es bald zu einem Abschwung kommt. Dementsprechend haben Anleger die 9.500 US-Dollar Marke als kurzfristiges Ziel anvisiert, das es zu erreichen gilt, um ein solches Szenario zu verhindern. Sollte dies nicht gelingen, könnte Bitcoin zurück bis auf 8.000 US-Dollar fallen.

Diese Entwicklung betrifft sowohl den Spot-Markt, also den direkten Handel von Bitcoin, als auch auch den Derivathandel. So ist das Derivat-Handelsvolumen im Juni um 35,7 % gefallen, was der niedrigste Wert im bisherigen Jahr 2020 ist, und das Spot-Volumen hat um 49,3 % abgebaut.

Rückläufige Handelsvolumen, niedrige Volatilität, hohe Korrelation mit den Aktienmärkten und abnehmende Korrelation mit Gold sind eine gefährliche Mischung, die den Bitcoin-Kurs womöglich in einen Abwärtsstrudel reißen könnte.