Die dramatischen Entwicklungen um das Blockchain-Projekt Terra – das von Beobachter in Anlehnung an die Finanzkrise von 2007 inzwischen als Lehman Brothers der Kryptobranche bezeichnet wird – bekommen nun das nächste Kapitel, denn aus offiziellen Dokumenten geht hervor, dass wenige Tage vor dem Zusammenbruch bereits die Auflösungen der firmeneigenen Büros und der Terraform Labs in Südkorea eingeleitet wurden.
Wie das Nachrichtenportal Digital Today berichtet, zeigen die entsprechenden Dokumente vom südkoreanischen Gewerbeamt, dass Terra-Geschäftsführer Do Kwon erfolgreich die Auflösung der beiden betreffenden Filialen und der gesamten Firma beantragt hat.
Sowohl die Auflösung des Hauptquartiers in Busan als auch des Büros in Seoul wurde demnach bereits am 30. April im Rahmen des letzten Shareholder-Meetings beschlossen. Die endgültige Abwicklung sollte dann am 4. Mai und 6. Mai auf den Weg gebracht werden.
Das Timing dieser Schritte wirft vor dem Hintergrund des Zusammenbruches der Terra-Kryptowährung und des zugehörigen Stablecoins UST Fragen auf, denn diese haben nur wenige Tage später eine noch nie dagewesene Talfahrt hingelegt. Ob ein Zusammenhang besteht bzw. ob die Geschäftsführung das Drama zumindest kommen gesehen hat, ist unklar.
1/ We have published an amendment to Proposal 1623, incorporating the community’s feedback since its publication 2 days ago. Please see below for details https://t.co/liISBn3Baa
— Terra Powered by LUNA (@terra_money) May 20, 2022
Derzeit bemüht sich Terra um einen Neuanfang, so soll im Zuge des Proposals 1623 eine Hardfork des Blockchain-Netzwerks eingeleitet werden, durch die „zukünftiger Inflationsdruck“ deutlich gemindert werden soll.
In seinem Änderungsvorschlag betont Kwon, dass „die Abkopplung des UST für Terra die Chance auf einen Neustart ist“. Am 27. Mai sollen die geplanten Änderungen vollzogen werden und die angestrebte Neuausrichtung einleiten.
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