EU-Kommission: Krypto wird "dauerhaft bleiben" - Klassifizierung notwendig

Die Europäische Union (EU) werde sich auf die Entwicklung von Krypto-Vermögenswertklassifikationen und eine regulatorische Zuordnung konzentrieren, erklärte der Vizepräsident der Europäischen Kommission Valdis Dombrovskis auf einem kürzlichen Treffen des Rates Wirtschaft und Finanzen (Ecofin) in Wien.

Laut Dombrovskis werden Krypto-Vermögenswerte "dauerhaft bleiben" und der Kryptomarkt wächst trotz der "jüngsten Turbulenzen" immer noch weiter.

Der Kommissar sagte, dass sich die EU, um wichtige Fragen im Zusammenhang mit Kryptowährungen anzugehen, auf die größte Herausforderung konzentrieren wird, nämlich die Frage, wie in diesem Jahr Kryptoanlagen "kategorisiert und klassifiziert" werden können. Er erklärte auch, dass die Organisation prüfen werde, ob die bestehende EU-Finanzregulierung angewendet werden könne oder ob es eher notwendig sei, neue Regeln zu entwickeln.

Wie Dombrovskis betonte, hat die Kommission sich bereits mit den Europäischen Aufsichtsbehörden zusammengetan, um eine so genannte "regulatorische Zuordnung" für Kryptoanlagen zu entwickeln, die eine "solide Basis" für die Feststellung des Status von Kryptowährungen bieten soll, und um "weitere Schritte in diesem Bereich" vorzubereiten.

In seiner Rede widmete Dombrovskis den Initial Coin Offerings (ICOs) besondere Aufmerksamkeit und bezeichnete sie als "praktikable Form der alternativen Finanzierung" und hob hervor, dass ICOs im vergangenen Jahr 5,18 Mrd. Euro generiert haben. Dombrovskis betonte außerdem, dass im Jahr 2018 "diese Zahl wesentlich höher sein wird".

In Bezug auf andere Probleme in diesem Bereich erwähnte Dombrovskis die Hauptrisiken von Krypto, darunter "mangelnde Transparenz", Schutz der Anleger, Marktintegrität sowie Geldwäsche, Betrug und Hackangriffe.

In diesem Zusammenhang sagte der lettische Politiker, dass es notwendig sei, die Dynamik der Branche weiterhin zu beobachten und betonte dabei die Bedeutung der Zusammenarbeit mit globalen Partnern des Finanzstabilitätsrates und der G20.

Im Sommer behauptete der Finanzstabilitätsrat, dass Kryptoanlagen kein wesentliches Risiko für die globale Finanzstabilität darstellen würden, die Sphäre jedoch aufgrund der schnellen Marktentwicklung noch einer eingehenden Überwachung bedarf.

Am 5. September berichtete Cointelegraph, dass der belgische Think Tank Bruegel einen Bericht veröffentlicht hat, in dem er zu einer einheitlichen Gesetzgebung auf EU-Ebene zu Kryptowährungen und mehr Regulierung für ICOs aufrief.