Kryptobörse BitMEX unterstützt jetzt native SegWit-Adressen für Bitcoin-Auszahlungen

Die Kryptowährungsbörse BitMEX unterstützt jetzt auch native SegWit-Adressen (SegWit) für Bitcoin-Auszahlungen (BTC), was niedrigere Transaktionsgebühren zur Folge hat.

Laut einer Ankündigung vom 12. Dezember erlaubt BitMEX seinen Nutzern nun, Bitcoin an Bech32-Adressen zu übetragen, welche den "segregated witness standard" nativ unterstützen.

Bitcoin-Adressformate

Wie in der Ankündigung erklärt, unterstützt das Bitcoin-Netzwerk derzeit drei Adressformate. Das erste - das ursprüngliche Adressformat von Bitcoin - ist Pay to Public Key Hash (P2PKH), welches mit einer 1 beginnt.

Das zweite Format ist Pay to Script Hash (P2SH). Es ermöglicht es Benutzern, Bitcoin an eine durch ein Skript gesicherte Adresse zu senden, ohne Details darüber zu kennen - wie beispielsweise bei einer Multi-Signatur-Wallet. Unter dieser Adresse zahlen die Nutzer von BitMEX ihre Gelder ein. P2SH-Adressen beginnen mit der Ziffer 3.

Das dritte Format ist Bech32 wird oft auch als natives SegWit-Format bezeichnet. Es beginnt mit bc1 und bietet den Anwendern in vollem Umfang die Vorteile der "segregated witness"-Skalierbarkeit, höhere Effizienz und niedrigerere Gebühren. In der Ankündigung heißt es:

"Der Hauptvorteil von Bech32-Adressen besteht darin, dass bei der Ausgabe von Bitcoins, welche bereits an eine Bech32-Adresse gesendet wurden, Transaktionsgebühren eingespart werden können. Daher wird dieses Upgrade nicht direkt zu Gebühreneinsparungen führen, wenn Kunden von BitMEX abheben, aber bei der Folgetransaktion. Wenn die bereits von BitMEX abgezogenen Bitcoins wieder ausgegeben werden, profitieren unsere Kunden gegebenenfalls von niedrigeren Transaktionsgebühren".

Wie BitMEX außerdem erklärt, fügt der Benutzer bei Ausgaben von einer Adresse, die nicht im Bech32-Format ist, etwa 20 Bytes Daten zur Transaktion hinzu. Der Mangel an diesen Daten bei nativen SegWit-Transaktionen spart Gebühren und ermöglicht es dem Netzwerk, besser zu skalieren. Insgesamt sparen die nativen SegWit-Ausgaben etwa 37% im Vergleich zu traditionellen Transaktionen und 17% im Vergleich zu nicht-nativen SegWit-Transaktionen.

Was ist SegWit?

SegWit, ein im August 2017 implementiertes Update, schützt vor der Verformbarkeit von Transaktionen und erhöht die Block-Kapazität, indem es die für die Überprüfung der Transaktionsgültigkeit (Zeugnis) erforderlichen Daten von der Liste der Transaktionseingaben trennt.

SegWit fügte auch einen Gewichtungsparameter hinzu, der die Blockgröße auf 4 Millionen Gewichtseinheiten begrenzt. Dies ermöglicht ohne Hartgabel Blöcke, die größer als 1 MB sind. Darüber hinaus war dieses Update die letzte Änderung, die zur Implementierung des Lightning Network erforderlich war.

Das nächste von BitMEX geplante Wallet-Upgrade sieht die Aktivierung der nicht-nativen SegWit-Unterstützung für seine P2SH-Adressen vor. In der Ankündigung heißt es dazu:

"Wie bereits erwähnt, kann SegWit zu signifikanten Einsparungen beim Blockumfang von etwa 25% bis 40% führen, wobei im Falle von BitMEX die Einsparungen sogar noch höher ausfallen werden. Eine BitMEX-Auszahlung ist eine 3 von 4 Multi-Signatur P2SH-Transaktion. [...]. Die Vorteile der Anwendung des Zeugenrabatts auf diese großen Transaktionen sind weitaus größer als bei typischen Nicht-BitMEX-Transaktionen. Daher würde BitMEX durch den Einsatz von SegWit von einer Blockgewichtseinsparung von rund 65% profitieren. ”

Die Unterstützung von SegWit nimmt ständig zu. Wie Cointelegraph im November berichtete, hat Bitfinex ebenfalls die Unterstützung für Bitcoin Bech32-Adressen hinzugefügt.