Das tschechisches Gas und Strom Unternehmen Pražská plynárenská plant künftige Energieprojekte, in und um Prag, mit Kryptowährung zu crowdfunden. Die Projekte sollen also durch private Nutzer finanziert werden. Dies geht aus einem Bericht der Nachrichtenagentur Hospodářské noviny vom 25. Mai hervor.

Das Energie-Unternehmen möchte hiermit im Land eine neue Investmentplattform für grüne Energie und Gas-Projekte schaffen. Interessenten können sich sowohl in tschechischen Kronen (Koruna) als auch in Digitalwährung beteiligen. Zusätzlich zum Crowdfunding in Krypto will die Firma ebenfalls Digitalwährungen als Zahlungsmittel für die eigenen Dienstleistungen etablieren.  

Pavel Janeček, Aufsichtsratsvorsitzender bei Pražská plynárenská, sagte dass das Bestreben des Unternehmens ist, damit attraktiv für eine jüngere Generation von Kunden zu werden:

„Wir möchten bei den jungen Kunden von nebenan ankommen und nicht als staubige, alte Motten wahrgenommen werden.”

Laut Janeček wird das Unternehmen ab Juni ein funktionstüchtiges Zahlungssystem haben. Digitalwährungen, die als Zahlungsmittel genutzt werden, werden dann automatisch in Fiat-Geld konvertiert. Janeček fügt dem hinzu, „…wir beteiligen uns nicht an den Spekulationen zur Entwicklung von Krypto, aber wenn jemand einen alternativen Zahlungsweg möchte, dann wollen wir das anbieten.“

Mit mehr als 42.000 Kunden ist Pražská plynárenská das einzige tschechische Unternehmen der Branche, das Kryptowährungen als Zahlungsmittel akzeptiert.

Die Ankündigung folgt unmittelbar auf die vor kurzem berichteten Rekordgewinne der Firma. Teilweise bedingt durch einen harten Winter, konnte der Nettogewinn um 30 Mio. Koruna auf 1,19 Mrd. Koruna (53,9 Mio. $), wovon der Verkauf nahezu 12 Mrd. Koruna (544 Mio. $) ausmachte. Das Unternehmen prognostiziert höhere Umsätze und mehr Kunden für dieses Jahr, erwartet allerdings insgesamt weniger profitabel zu sein.

Im August des letzten Jahres gab die tschechische Zentralbank an, dass Kryptowährungen wie Bitcoin keinerlei Bedrohung für das konventionelle Banksystem wären. Eine Mitteilung unter dem Titel „Keine Angst vor Bitcoin“ argumentiert, dass Fiat-Währungen für die Zwecke der Wirtschaft besser geeignet seien.

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