De Beers verfolgt zum ersten Mal Diamanten mit Blockchain

Der globale Diamantengigant De Beers gab am 10. Mai bekannt, dass er mithilfe der Blockchain -Technologie 100 hochwertige Diamanten von der Mine bis zum Einzelhändler verfolgt habe. Laut einer Presseerklärung, vom 10. Mai ist dies das "erste Mal, dass die Reise eines Diamanten digital von der Mine zum Einzelhandel verfolgt wurde."

De Beers sagt, dass seine neue Plattfrom, Tracr, später in diesem Jahr starten wird und für die gesamte Diamantenindustrie offen sein wird. Die Bemühungen wurden Berichten zufolge unternommen, um das Vertrauen der Öffentlichkeit zu stärken, dass die Diamanten von De Beers neben der Effizienzsteigerung in der Lieferkette keine Konflikte verursachen. Konfliktdiamanten sind ungeschnittene Diamanten, die in einer Kriegszone abgebaut und gehandelt werden, um die Kämpfe illegal zu finanzieren.

Tracr wurde von De Beers zusammen mit fünf führenden Diamantherstellern entwickelt: Diacore, Diarough, KGK Group, Rosy Blue NV und Venus Jewel. Der CEO der De Beer Gruppe, Bruce Cleaver, sagte:

"Das Traceer-Projektteam hat gezeigt, dass es einen Diamanten über die gesamte Wertschöpfungskette erfolgreich verfolgen kann, indem es die Rückverfolgbarkeit von Vermögenswerten so sicherstellt, wie es zuvor nicht möglich war. Dies ist ein bedeutender Durchbruch, der durch das enge Engagement der Pilotteilnehmer erreicht werden konnte, die unser Engagement für den Fortschritt und die Innovation der Industrie teilen..."

Tracr weist eine eindeutige "Global Diamond ID" zu, die einzelne Diamantenmerkmale wie Karat, Klarheit und Farbei aufzeichnet. Die Daten werden dann auf einem unveränderlichen digitalen Ledger konsolidiert. Tracr überprüft diese Daten dann bei jedem Meilenstein der Bewegung des Diamanten von der Mine zum Einzelhändler. Das Pilotprogramm wurde ursprünglich im Januar angekündigt.

Auf internationaler Ebene wurden bereits Anstrengungen unternommen, den Handel mit "Blutdiamanten" einzudämmen. Das Kimberley Process Certification Scheme (Kimberley-Prozess-Zertifikationssystem) wurde im Jahr 2000 durch eine Resolution der UN-Generalversammlung gegründet, die Teilnehmer an eine Reihe von rechtlich durchsetzbaren Standards und Zertifizierungen der Diamantenindustrie gebunden hat. Während die Kimberley-Process Website vorgibt, 99,8 Prozent der Konfliktdiamanten vom Eintritt in den Weltmarkt zu blockieren, hat die kanadische Nichtregierungsorganisation Impact das Abkommen im Januar verlassen und festgestellt, dass der Prozess unzureichend sei.

De Beers, das 1888 gegründet wurde, ist in 35 Ländern weltweit tätig, mit Minen in Botsuana, Namibia, Südafrika und Kanada.  De Beers hatte bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts ein Monopol auf den Weltdiamantenhandel, als der Druck von Ländern mit großen Lagerbeständen und das verstärkte Bewusstsein der Öffentlichkeit für Konfliktdiamanten sie unter Druck setzten, ihr Geschäftsmodell zu ändern. Im Jahr 2014 belief sich der weltweite Diamantenhandel auf 68,45 Mrd. Euro.

Im April haben sich führende Unternehmen der Diamanten- und Edelmetallbranche mit IBM zusammengeschlossen, um die Trust Chain Initiative zu entwickeln, eine Blockchain-Plattform, die angeblich mehr Transparenz in der Branche schaffen soll. Wie Tracr ist die Initiative darauf ausgerichtet, Edelmetalle und Edelsteine von ihrem Herkunftsort bis zum Einzelhändler zu verfolgen.

Im Februar ernannte die kanadische Lucara Diamond einen neuen CEO, um das Unternehmen zu modernisieren. Eira Thomas wird das Unternehmen leiten, nachdem sie Clara Diamond Solutions gekauft hat, eine digitale Plattform, die die Blockchain-Technologie nutzt, um die Herkunft von Diamanten sicherzustellen.

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