EOS: Technischer Leiter schlägt Erneuerung der Verfassung vor

Der Technische Leiter (CTO) des Blockchain-Protokolls EOS Dan Larimer hat heute, 27. Juni, in einem EOSGov-Telegramm-Chat vorgeschlagen, die bestehende Verfassung des Projekts zu überarbeiten, um die Befugnisse der sogenannten Schiedsrichter einzuschränken.

Larimers Vorschlag ist eine Reaktion auf die jüngsten Kontroversen um die Führungsstruktur bei der EOS-Blockchain, auf der es drei verschiedene Gruppen gibt, um "sich gegenseitig in Schach zu halten", wie durch die aktuelle Verfassung des Projekts festgelegt wurde.

Diese drei Gruppen im EOS-Ökosystem sind die sogenannten Blockproduzenten (BPs), die das Äquivalent zu den Minern auf der Bitcoin (BTC)-Blockchain darstellen, die Schiedsrichter (EOS Core Arbitration Forum (ECAF)) und Token-Besitzer.

Die ECAF hat insbesondere Kritik an der wohl undurchsichtigen Natur ihrer Rolle und Befugnisse geäußert, die durch eine Reihe von Pannen, die sich seit der ersten Inbetriebnahme des EOS-Mainnet am 15. Juni ereignet haben, deutlich wurde.

In der jüngsten Telegrammdiskussion argumentierte Larimer, dass "das Zwingen von Menschen in ein unbekanntes Schlichtungssystem aus unbestimmten Gründen, Menschen schnell zum Weggang bringen.

Er schlug vor, die Rolle des Schiedsrichters auf Fälle zu beschränken, in denen es eine "starke Grundlage mit sehr klaren und definierten Versagenspunkten gibt, die geschlichtet werden können" - seiner Meinung nach ist das nur, wenn es einen "Absichts-Diskrepranz-Fehler" gibt.

De Pannen bei Schlichtungen im Juni haben einen Aufschrei von prominenten Mitgliedern der Kryptoindustrie hervorgerufen, darunter auch Charlie Shrem und Nick Szabo.

Bei einem Vorfall vor Kurzem haben Blockproduzenten Berichten zufolge eine Not-Anordnung von der ECAF erhalten. Dabei sollten Transaktionen für 27 Konten abgelehnt werden - "bis zur weiteren Prüfung der Forderungen durch einen Schiedsrichter". Die "Logik und Argumentation" für diese Anordnung sollte zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden.

Am 24. Juni sagten die EOS-BP in New York, sie können "nicht mit Zuversicht weitere Anordnungen ausführen, die behaupten eine gültige ECAF-Meinung zu sein", nachdem eine weitere - scheinbar gefälschte - ECAF-Anordnung erlassen worden sei.

Wie Dogecoin-Schöpfer Jackson Palmer gestern auf Twitter bemerkte, schlägt Larimer heute im Prinzip vor, "die gesamte 'Verfassung' zu verwerfen und von vorn zu beginnen".

Krypto-Berühmtheit WhalePanda sagte, der Vorschlag sei im Grunde "ein ähnliches Governance-Modell wie $ETH, bei dem die Stiftung große Verluste/Hacks/DAO-artige Ereignisse abdeckt... aber stärker zentralisiert".

Seit der Inbetriebnahme diesen Monat hat das EOS-Netzwerk mit technischen Problemen zu kämpfen, zusätzlich zu dem Wirbel um die Schiedsrichterangelegenheit.

EOS ist aktuell die fünftgrößte Kryptowährung auf CoinMarketCap, mit einer Marktkapitalisierung von 6,2 Mrd. Euro. Der Coin ist in den letzten 24 Stunden über 4 Prozent gestiegen und liegt bei 6,69 Euro.