Wochenrückblick, 31. März - 6. April: Aktienmärkte gegen Kryptowährungsmärkte

Die Ansichten und Meinungen, die hier aufgeführt werden, sind ausschließlich die des Autoren spiegeln nicht zwangsläufig auch die Ansichten von Cointelegraph.com wider. Jeder Investment- und Handelsschritt birgt ein Risiko und man sollte gut recherchieren, bevor man eine Entscheidung trifft.

Die Marktdaten stammen von der HitBTC-Börse.

Globale Aktienmärkte: Gemischte Kursentwicklung

Aktienmarkt

Die globalen Aktienmärkte haben letzte Woche auf unterschiedlichen Niveaus geschlossen. Der indische BSE 30 Sensex Index konnte einen Gewinn von 2 Prozent verzeichnen, während der S&P 500 Index 1,4 Prozent verloren hat. Die Furcht vor dem Handelskrieg hat sich schwer auf die Aktien ausgewirkt, denn die Spannungen zwischen China und den USA schienen sich zu intensivieren, wobei US-Präsident Donald Trump am Donnerstag mit neuen Zöllen gegen China gedroht hat.

Diese Drohungen waren die Antwort auf die Ankündigung Chinas, das am Mittwoch seinerseits neue Zölle auf 100 US-Produkte erhoben hat. Die Sorgen der Investoren werden durch die Tatsache verstärkt, dass dieser Konflikt vor dem Hintergrund eines Trends in Richtung steigender Zinsraten stattfindet. Es ist wohl unnötig zu erwähnen, dass unklar ist, wie das enden wird. Und die Märkte sind daher aus gutem Grund nervös.

Technisch gesehen gab es in über die letzten acht Wochen nur kleine Fortschritte bei den meisten großen Aktienmärkten. Die Indexe testen weiterhin die Supports, nachdem es zu Ausverkäufen seit den Rekordhochs vom Januar gekommen ist. Die Aufwärtstrends sind weiterhin vorhanden, aber die Aktienmärkte stehen kurz davor, tiefer zu fallen. Das wäre dann eine längeranhaltende Korrektur, wenn die kürzlichen Kurs-Support-Level nach unten durchbrochen werden.

Der Handel wird wohl weiterhin ein wichtiger Antrieb für die Investorenstimmung in dieser Woche. Der chinesische Präsident Xi Jinping plant eine wichtige Rede am Dienstag. Später in dieser Woche, könnte es eine positive Bekanntgabe hinsichtlich der Überarbeitungen des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA) geben. Denn US-Präsident Trump, der kanadische Premierminister Justin Trudeau und Mexikos Präsident Enrique Pena Nieto treffen sich in Peru beim Amerika-Gipfel.

Nächste Woche fangen auch die Bekanntgaben der Gewinne an. Überraschungen könnten hier einen Einfluss auf den Markt als Ganzes haben.

Japanischer Nikkei 225 Index: Ausbruch aus dem Bullenkeil

Letzte Woche hat der Nikkei 225 Index um 0,53 Prozent zugelegt und ist aus einem Bullenkeil im Frühstadium ausgebrochen. Es bleibt abzuwarten, ob der Aufschwung groß genug ist, um den Index zurück über die untere aufsteigende Trendkanallinie zu befördern, wo man letzte Woche eine Resistance sehen konnte.

Der Ausbruch hat den Index wieder zurück über den 200-Tages-Durchschnitt (SMA, braun) gebracht, was an sich positiv ist. Beim ersten Leg nach unten vom Januarhoch konnte man einen Support an der 200-Tages-Durchschnittslinie sehen, was zu einem Bounce auf die Resistance bei 22.502,05 geführt hat. Das ist nun auch das potenzielle Ziel des Ausbruchs aus dem Bullenkeil. Doch wenn der Nikkei über tatsächlich über die Aufwärtstrendlinie kommt, ist die Resistance-Zone am 50-Tages-SMA ganz nah. Diese liegt aktuell bei 21.922,87.

Kurzfristig könnten wir einen Pullback in Richtung Support des 200-Tages-Durchschnitts, der nun bei 21.550,42 liegt, zu sehen bekommen, bevor der Index nochmal auf die Resistance zustürmt.

NKY

Hang Seng Index: Zugkraft von unten

Der Hongkonger Hang Seng Index war in den letzten paar Wochen unter Druck, da er immer weiter unten geschlossen hat und nun unter seiner Aufwärtstrendlinie liegt (unterer aufsteigender Trendkanal). Letzte Woche schloss er mit einem Verlust von 0,83 Prozent, was der niedrigste Schluss seit acht Wochen war, und scheint in Richtung seiner nächsten wichtigen Trendsupportzone um den 200-Tages-Durchschnitt zu gehen.

Die 200-Tages-Durchschnittslinie, die jetzt bei 28.927,75 liegt, kann mit der 38,2-prozentigen Fibonacci-Resistance-Linie bei 28.903,00 und der vorherigen Resistance aus dem Jahr 2015 (nun potenzieller Support) bei etwa 28.588,50 kombiniert werden. Damit haben wir die nächste große Ziel-Zone, falls der Index fallen sollte. Wenn der Index stattdessen eine Rallye hinlegt, muss er sich mit einer Menge potenzieller Resistances herumschlagen, bevor er nach vorne schreiten kann.

HSI

Kryptowährungen:

Krypto

Alle großen Kryptowährungen im Chart sind letzte Woche gesunken. Die Kurse standen kurz vor Schluss unter Druck. Bitcoin Cash und IOTA sind unter das Tief von letzte Woche gefallen, doch ein Abschwung ist noch nicht vorhanden. Die anderen haben sich über dem Support der vorherigen Tiefs der letzten Woche gehalten.

Es wird erwartet, dass die Bärentrends weitergehen, bis es ein Anzeichen einer Umkehrung, sei es auf dem Tages-, dem 2-Stunden-Intraday- oder dem 4-Stunden-Intraday-Chart zu erkennen ist. Sowohl Bitcoin als auch Ethereum zeigen so langsam potenzielle Umkehrungsmuster auf ihren 4-Stunden-Charts und diese Muster werden unten näher erläutert.

Warum waren die Kyptokurse unter Druck? Thomas Lee, Forschungsleiter bei Fundstrat Global Advisors glaubt, er habe die Antwort darauf - Investoren-Verkäufe vor dem US-Steuerstichtag. Auf CNBC letzte Woche hat Lee sich auf seinen kürzlichen Bericht bezogen, der mindesten 25 Mio. US-Dollar (20 Mio. Euro) an Kapitalgewinnsteuer errechnet hat, den US-Bitcoin- und Kryptowährungsinverstoren für gewinnbringende Verkäufe bezahlen müssen, die sie im Jahr 2017 hatten.

Das ist eine riesige Summe. Wenn Trader das Geld für die Steuern nicht beiseite gelegt haben, als sie die Verkäufe getätigt haben, was sie sehr wahrscheinlich nicht getan haben, werden Investoren Kryptos verkaufen, die sich noch haben. Damit wollen sie ihren Verpflichtungen nachkommen und drücken damit die Kurse nach unten. Lee hat nicht das Gefühl, dass es eine Erholung gibt, bis das die Steuersaison vorbei ist. Aber er hält nach wie vor an seiner Vorhersage fest, dass Bitcoin am Ende des Jahres 25.000 US-Dollar (20.000 Euro) wert sein wird.

Ethereum (ETH/USD): Potenzieller 4-Stunden Kopf- und Schulterboden

Die Gesamtsituation bei Ethereum ist technisch betrachtet eher in Bärenstimmung, da er noch klar in einem Abwärtstrend liegt. Doch ein kurzfristiges Muster bildet sich heraus, das zu einem Bounce führen könnte, bei dem man handeln könnte. Bisher beträgt der Rückgang vom Januarrekord von 1.424,30 US-Dollar (1.155,38 Euro) 74,9 Prozent, wenn man das kürzliche Tief von 358,00 US-Dollar (290,41 Euro) betrachtet.

ETH

Vor vier Wochen ist der Downtrend durch den wichtigen Support der Aufwärtstrendlinie und des 200-Tages-Durchschnitts (braun) gebrochen und weiterhin gefallen, wie man aus dem Chart herauslesen kann. Der Kurs hat sich seitdem klar unter dem 200-Tages-Durchschnitt bewegt. Nichtsdestotrotz bewegt sich der 200-Tages-Durchschnitt nach oben, wenn auch nur ganz wenig. Der 50-Tages-SMA ist noch nicht unter dem 200-Tages-Durchschnitt gefallen.

Ein Retracement zurück unter die Resistance der Trendlinie und des 200-Tages-Durchschnitts ist durchaus möglich. Doch dafür braucht es zunächst ein Signal, das zeigt, dass die Käufer aggressiver werden.

Ethereum hat sich in den letzten 9 Tagen im Wesentlichen seitwärts konsolidiert und sucht nach einem möglichen Boden. In dieser Zeit hat sich ein potenzielles Kopf- und Schulterboden-Umkehrungsmuster gebildet. Der RSI zeigt dabei eine Bullendivergenz an.

Zu einem Bullenausbruch aus dem Muster kommt es, wenn ein entscheidender Schritt über die Marke von 418,79 US-Dollar (339,72 Euro) gemacht wird. Das Mindestziel bei diesem Muster liegt bei etwa 478,67 US-Dollar (388,29 Euro). Wenn Ethereum von dort aus weiter steigt, wäre das nächste Level, auf das man achten sollte, die Resistance um die Downtrendlinie und dann um den 200-Tages-Durchschnitt, der jetzt bei 612,91 US-Dollar (497,19 Euro) liegt.

Alternativ, wäre ein Fall unter 358 US-Dollar (290,41 Euro) ein misslungenes Bärenmuster.

ETH

Bitcoin (BTC/USD):

Wenn auch nicht ganz so gut in Form, zeigt Bitcoin ebenfalls ein mögliches Kopf- und Schulterbodenmuster in seinem 4-Stunden-Chart. Einen Bullenausbruch gibt es, wenn er über 7.506,84 US-Dollar (6.089,47 Euro) steigt und wird durch einen Tagesschluss über diesem Level bestätigt.

Das Mindestziel bei diesem Muster liegt etwa bei 8.422,68 US-Dollar (6.832,39 Euro). Höhere potenzielle Zielbereiche sind jedoch der 50-Tages-SMA bei 9.037,80 US-Dollar (7.331,37 Euro), dann der 200-Tages-Durchschnitt und die Downtrendlinie bei aktuell 9.488 US-Dollar (7.696,57 Euro). Ein möglicher Fehlschlag und ein Bärensignal wären ersichtlich, wenn es einen Sturz unter die rechte Schulter bei 6.150 US-Dollar (4.988,82 Euro) gibt und die Bestätigung dafür wäre eine Bewegung unter den Kopf bei 6.427,16 US-Dollar (5.213,65 Euro).

BTC

Die Marktdaten stammen von der HitBTC-Börse; die Diagramme für die Analyse stammen von TradingView.

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