Krypto-Experte Tom Lee, Forschungsleiter bei Fundstrat, geht davon aus, dass sich Ethereum nach den jüngsten Kursverlusten schnell wieder erholen wird, da die Kryptowährung seit 2018 bereits achtmal eine solche Erholung erlebt hat.
„Viele Menschen sind frustriert, aber man darf nicht vergessen, dass Ethereum seit 2018 acht Mal um mehr als 50 % gefallen ist“, sagte Lee am Mittwoch auf einer Konferenz in Hongkong.
Auch im vergangenen Jahr sei Ethereum von Januar bis März um 64 % gefallen, fügte er hinzu.
„Aber in acht von acht Fällen hat Ethereum einen V-förmigen Tiefpunkt erreicht. Der Kurs hat sich also in fast allen Fällen mit derselben Geschwindigkeit, mit der er gefallen ist, wieder vollständig erholt.“
Er argumentierte, dass sich nichts geändert habe und dass Ethereum (ETH) einen weiteren V-förmigen Tiefpunkt erleben werde.

ETH schon fast am Tiefpunkt
Der BitMine-Marktanalyst Tom DeMark bezeichnete das Kursniveau von 1.890 US-Dollar als potenziellen Tiefpunkt, meinte jedoch, dass es diesen zweimal in einem „Undercut“ erreichen würde. Lee betonte, dass dies ein „perfekter Tiefpunkt” sein würde, und fügte hinzu:
„Wir glauben, dass Ethereum kurz vor dem Tiefpunkt steht, und ich denke, es ist genau wie im Herbst 2018, Herbst 2022 und April 2025. Man muss sich keine Sorgen um den Tiefpunkt machen. Wenn man bereits einen Rückgang gesehen hat, sollte man über Kaufgelegenheiten nachdenken, anstatt zu verkaufen.“
Der Ethereum-Kurs auf Coinbase fiel am 6. Februar auf 1.760 US-Dollar und lag damit laut TradingView nur knapp über dem Tiefststand von 2025 von etwas mehr als 1.400 US-Dollar.
Die zweitgrößte Kryptowährung konnte sich entsprechend nicht über 2.000 US-Dollar halten und fiel zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels zurück auf 1.970 US-Dollar, nachdem sie in den letzten 30 Tagen um 37 % eingebrochen war.
Ethereum-Staking: Wartezeit auf Rekordhoch
Trotz der schlechten Performance des Vermögenswerts in diesem Jahr zeigen die Daten, dass die Nachfrage nach Ethereum-Staking nach wie vor hoch ist.
Die derzeitige Wartezeit für das Staking von Ethereum liegt laut ValidatorQueue mit 71 Tagen auf einem Allzeithoch, wobei sich rekordverdächtige 4 Millionen ETH in der Validator-Warteschlange befinden. Der Prozentsatz des gestakten Angebots liegt ebenfalls auf einem Rekordhoch von 30,3 % oder 36,7 Millionen ETH.
Die offensichtliche Auswirkung davon ist eine „massive Angebotsverknappung“, erklärte der Analyst „Milk Road“ am Mittwoch.
„Ein Drittel aller ETH ist derzeit illiquide und erzielt einen bescheidenen Jahreszins von 2,83 %“, so der Epxerte. Und weiter: „Das ist nach Krypto-Maßstäben keine attraktive Rendite. Dennoch stehen die Leute trotzdem Schlange.“
„Wenn Menschen während eines Kursrückgangs 74 Milliarden Dollar investieren, spekulieren sie nicht. Sie sind vielmehr überzeugt.“


