Ethereum-Mitbegründer Mihai Alisie wegen Libra-Zentralisierung besorgt

Mihai Alisie, einer der Mitbegründer von Ethereum, ist äußerst besorgt darüber, dass Facebook versucht, die Regulierungsbehörden dazu zu bringen, eine zentralisierte "Kryptowährung" zu genehmigen, wie es in einem Bericht von Bloomberg vom 11. Juli heißt.

In einem Interview mit Bloomberg betonte Alisie, dass Facebook versuche, die Zustimmung der Aufsichtsbehörden für seine geplante virtuelle Währung Libra zu erhalten, indem das Unternehmen behauptet, dass sie in fünf Jahren nicht zentral von Facebook oder anderen Geschäftsriesen kontrolliert werden würde.

Alisie erklärte, dass Facebook beabsichtige, "die Regulierungsbehörden zu täuschen. Diese haben in den letzten Jahren gelernt, dass Blockchain etwas ist, das nicht so einfach reguliert werden kann [...] Das Unternehmen sollte wie eine Organisation behandelt werden, die eine zentralisierte Währung herausbringen will."

Eine der wichtigsten Aspekte, die Alisie Sorge bereitet, ist die Zensur. Genauer gesagt, die Zensur von Transaktionen, die von mächtigen Unternehmen gesteuert wird. 

Im Interview erklärte Alisie, er habe Bedenken, dass, wenn ein Libra-Nutzer sich bei einem der großen Unternehmen, die Netzwerkknoten betreiben - darunter etwa Visa, Mastercard und PayPal - unbeliebt macht, seine Transaktionen blockiert oder sogar rückgängig gemacht werden könnten. 

"Sollten diese in der Lage sein, zu kontrollieren, was Sie von Ihrem Gerät aus posten?"  fragte Alisie rhetorisch.

Alisie glaubt, dass die mögliche Zentralisierung von Libra und das damit verbundene Zensurpotenzial in vielerlei Hinsicht einen Dominoeffekt haben könnte:

"Das hat Auswirkungen auf so viele Bereiche, von der Wirtschaft über die Politik, der Technologie bis hin zur Überwachung und zum Datenschutz [...] [Facebook] manipuliert auf globaler Ebene aktiv das Verhalten von Menschen."

Wie Cointelegraph bereits berichtete, kritisierte ein weiterer Ethereum-Mitbegründer, nämlich Joseph Lubin, Libra auf ähnliche Weise. Facebooks Kryptowährung sei ein Versuch, eine zentralisierte Währung als dezentrale Kryptowährung auszugeben: Libra sei "ein zentralisierter Wolf im dezentralen Schafspelz", sagte er.

Wie sein Kollege, erläuterte auch Lubin, inwiefern Facebook die Menschen im Wesentlichen darum bittet, ihnen zu vertrauen, wenn sie versprechen, Libra letztlich zu einer vollständig dezentralen Blockchain zu machen:

"Das vielleicht wichtigste ist, dass wir darauf vertrauen müssen, dass Libra irgendwann zu einem "erlaubnislosen", dezentralen System übergeht. Bei einem solchen könnte nämlich jeder das Netzwerk validieren und nicht nur die Mitglieder, die die strengen Kriterien erfüllen. Denn dadurch bleibt die Kontrolle in den Händen der ursprünglichen 28 Unternehmen."