Die Nachfrage nach Selbstverwahrung für Ethereum wächst, wie Jameson Lopp, Mitbegründer und Chief Technology Officer des Bitcoin-Wallet-Anbieters Casa, feststellt.
In einem Gespräch mit Cointelegraph auf der Krypto-Konferenz Bitcoin 2023 erklärt Lopp entsprechend, dass Casa zunehmend Support für Ethereum anbietet, da immer mehr Nutzer der zweitgrößten Kryptowährung einen Service zur Selbstverwahrung nachfragen.
Vorfälle wie der Zusammenbruch der FTX im Jahr 2022 haben das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer sicheren Art der Aufbewahrung von Ethereum und Ethereum-basierten Tokens wie Stablecoins geschärft, so Lopp:
„Ich habe mit Casa-Kunden gesprochen, die Verluste durch die verschiedenen Zusammenbrüche im letzten Jahr erlitten haben. Diejenigen, die ihre Bitcoin in Casa aufbewahrt haben, sind gut davongekommen, aber einige von ihnen haben trotzdem andere Dinge verloren – darunter sogar Stablecoins – weil sie keine Möglichkeit hatten, diese in einem dezentralen Cold-Storage-System zu verwahren.“
Um auf dieses Problem zu reagieren, kündigte Casa im vergangenen Dezember an, dass es Ethereum-Unterstützung hinzufügen würde. Diese Entscheidung war allerdings „für einige umstritten“, wie Lopp mit Blick auf die Kritik von Bitcoin-Puristen in den sozialen Medien einräumt. Das Unternehmen hielt dennoch an dem Plan fest, weil viele Kunden eine derartige Option gefordert hatten.
Bigcoin! pic.twitter.com/csoiNaUYup
— Jameson Lopp (@lopp) May 18, 2023
Laut Lopp empfinden viele Krypto-Nutzer die Selbstverwahrung noch immer als eine entmutigende Herausforderung mit einer steilen „Lernkurve“. Denn obwohl es einfach ist, eine Wallet einzurichten und Kryptowährungen an diese zu senden, fühlt sich der Prozess besonders für Einsteiger oft schwierig und kompliziert an.
„Es kann sicherlich einschüchternd sein, wenn man sich zunächst die ganzen Erklärungen zu den verschiedenen Sicherheitsmaßnahmen ansieht, aber wir integrieren all diese Maßnahmen in unser Produkt, so dass die Nutzer nur noch den Anweisungen unserer Software folgen müssen […] so dürfen sie menschlich sein und Fehler machen, ohne dass diese zu einem katastrophalen Verlust führen“, wie er ausführt.
Lopp beschreibt den Service von Casa als „extrem sicheres Cold-Storage-System mit verteilten Schlüsseln“. Ursprünglich zielte der Service auf „Mega-Wale“ ab, die bereit sind, 10.000 US-Dollar pro Jahr für die Aufbewahrung auszugeben, aber inzwischen hat das Unternehmen sein Angebot deutlich ausgeweitet, so dass heute sogar eine kostenlose Version mit begrenzten Funktionen für private Krypto-Anleger verfügbar ist.
Das Konzept der Selbstverwahrung von Kryptowährungen begann mit der allerersten Bitcoin-Wallet, BitcoinQT, die von Satoshi selbst entwickelt wurde. Mit dem Wachstum der Krypto-Nutzerschaft haben es jedoch viele neue Nutzer vorgezogen, ihre Kryptowährungen unter der Kontrolle zentralisierter Börsen zu lassen, obwohl viele Experten argumentieren, dass diese Praxis riskant ist. Einige Wallet-Anbieter versuchen, dieses Problem durch neue Technologien zu lösen, die ihrer Meinung nach die Selbstverwahrung vereinfachen und mehr Nutzer dazu bringen sollen, die Kontrolle über ihre Kryptowährungen zu übernehmen.
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