Französische Aufsichtsbehörde: "Krypto-Derivative" müssen reguliert werden

Die französische Börsenaufsichtsbehörde Autorite des Marchés Financiers (AMF) veröffentlichte am Donnerstag, dem 22. Februar, eine Erklärung. Aus dieser geht hervor, dass Kryptowährungsderivate unter den neuen Finanzreformen der Europäischen Union vom Januar 2018 reguliert werden müssen.

Da Derivate laut geltendem Recht nicht elektronisch beworben werden dürfen, merkt die AMF ebenfalls an, dass eine Bewerbung von Kryptowährungsderivaten online nicht zulässig ist.

Die AMF beruft sich auf die neue Version der Richtlinie zu Märkten für Finanzinstrumente (MiFID 2). Der Rahmen in dieser Richtlinie legt die Derivate dar, die reguliert werden müssen. Darunter fallen Optionen, Futures, Swaps oder Forwards. Es wird darin auch eine Liste von entsprechenden zugrunde liegende Vermögenswerten aufgeführt.

Die AMF leitete eine Untersuchung zur rechtlichen Definition von Kryptowährungen als Derivat und als Basiswert ein. Der Grund dafür ist, dass mehrere Online-Krypto-Handelsplattformen begonnen haben, binäre Optionen, Differenzkontrakte (CFD) und Forex-Kontrakte anzubieten, bei denen Kryptowährungen die zugrunde liegenden Vermögenswerte waren. Anleger konnten dadurch auf die Entwicklung einer Kryptowährung wetten, ohne selbst Kryptowährungen zu besitzen.

Obwohl Kryptowährungsderivate nicht in der MiFID 2-Regulierungsliste enthalten sind, ist die AMF-Erklärung zu folgendem Schluss gekommen: "ein in bar abgewickelter Kryptowährungskontrakt kann als Derivat gelten, auch wenn eine Kryptowährung rechtlich nicht als eine solche gilt."

Online-Handelsplattformen, die Kryptowährungsderivate anbieten, müssen unter MiFID2 reguliert und unter Einhaltung der Europäischen Regulierung für Marktinfrastruktur (EMIR) abgewickelt werden. Kryptowährungsderivate fallen laut der AMF-Erklärung auch unter Frankreichs Anti-Korruptionsgesetz Sapin 2.

Die Unternehmen Plus500 Ltd. und IG Group Holdings Plc. haben laut Bloomberg solche Kryptowährungsderivate angeboten. Kelsey Traynor, ein Sprecher von Plus500, sagte gegenüber Bloomberg, dass sich alle CFDs der Firma an den Rahmen der AMF halten.

Im Dezember 2017 gestattete Frankreich Fintech-Unternehmen und Banken den Handel mit nicht börsennotierten Wertpapieren auf Blockchain-basierten Plattformen. Das hatte den Zweck, Frankreichs Ruf als Fintech-Hub zu fördern.

Der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire ernannte im Januar Jean-Pierre Landau oder "Monsieur Bitcoin" zum Leiter einer Kryptowährungs-Taskforce, die kriminelle Aktivitäten mit Krypto verhindern soll.