Die Bitcoin-skeptische Kryptowährungsbörse Bitcoin.com Exchange ist erneut in den Mittelpunkt einer Kontroverse gerückt. Sie unterstützte einen Altcoin, der generell als Betrug gilt.

In einem Artikel und Twitter-Post am 15. Dezember bestätigten Mitarbeiter, dass der Handel mit HEX seit zwei Tagen angeboten wird. 

HEX-Trader sehen starke Volatilität

Damit ist Bitcoin.com eine der wenigen anerkannten Handelsplattformen, die den HEX unterstützt. Dem Projekt und dem Gründer Richard Heart wird weiterhin Betrug vorgeworfen.

Bitcoin.com erklärte die Entscheidung und behauptete, dass die Börse den Tradern, die mit dem Coin handeln, Sicherheit bieten wolle.

"Wir freuen uns, Ihnen mitzuteilen, dass wir gerade den #HEX von @RichardHeartWin an unserer Börse gelistet haben. Jeder, der mit ihm handeln möchte, hat nun einen sicheren Ort dafür. Sehen Sie es sich an!" so die Twitter-Ankündigung.

Es sind nur wenige Handelsdaten verfügbar. Es wird aber ersichtlich, dass auf dem HEX-Markt von Bitcoin.com in den letzten 24 Stunden umgerechnet 0,81 BTC (5.700 US-Dollar) gehandelt wurden. In diesem Zeitraum sind die beiden HEX-Handelspaare der Plattform, nämlich HEX/BCH und HEX/ETH, um je 64 Prozent und 57 Prozent gesunken.

HEX/BCH-Handelsvolumen auf Bitcoin.com Exchange seit Einführung

HEX/BCH-Handelsvolumen auf Bitcoin.com Exchange seit Einführung. Quelle: Bitcoin.com Exchange

Warnung vor "durchgehender Selbstbereicherung" des HEX-Gründers

Wie Cointelegraph berichtete, behauptet HEX, Anleger durch das Verschenken von kostenlosen Token als Gegenleistung für die Bestätigung von BTC-Beständen reich machen zu wollen. 

Andere Trader kauften auch Token mit Ether (ETH). Heart reagierte schnell auf den aufkommenden Verdacht, dass das Projekt ein Pyramidensystem sein könnte.

Kritiker wiesen darauf hin, dass Heart als Eigentümer der sogenannten "Herkunftsadresse" von HEX bereits ein Jahr nach dem Start rund 45 Prozent des gesamten HEX-Angebots kontrollieren werde. Er erhält nämlich durchgehend einen Teil der HEX-Token aus verschiedenen Arten von Transaktionen. Heart behalte auch die ETH aus den Verkäufen.

"Richard wird nach einem Jahr fast die Hälfte aller HEX-Token kontrollieren. Das ist auch das erste Mal, dass ich gesehen habe, dass bei einem Token eine durchgehende Selbstbereicherung für den Gründer in das Protokoll einprogrammiert ist", so ein Blogbeitrag zum HEX vom privaten Forscher Goldman Sats vom 7. Dezember.

Goldman Sats fügte hinzu, dass Heart versuche, die Rolle der Herkunftsadresse herunterzuspielen. Es sei aber wahrscheinlich, dass diese ein riesiges zentralisiertes Repositorium ist, das den gesamten HEX-Markt mit einem einzigen Ausverkauf zum Einsturz bringen könnte.

Kontroverse um Bitcoin.com geht weiter

Bitcoin.com Exchange, der Handelszweig der Kryptowährungs-Nachrichtenplattform Bitcoin.com, hat bereits einen umstrittenen Ruf in der Community wegen seiner Nebenbeschäftigung mit Bitcoin, den er als "Bitcoin Core" bezeichnet. Dieser Zweig setzt sich für den Altcoin Bitcoin Cash (BCH) ein.

Der Inhaber des Unternehmens Roger Ver betrachtet BCH als "echten" Bitcoin. Er argumentierte, dass der Altcoin als Währung bessere Eigenschaften aufweise. 

Seit der Einführung von BCH im Jahr 2017 hieß es von der Gegenseite, dass das BCH-Netzwerk zu zentralisiert sei und die Nutzer lieber BTC behalten und BCH so schnell wie möglich ausgeben wollen würden. 

Nach der Ankündigung zum HEX gab es auf Twitter-Nutzer Vorwürfe gegen Bitcoin.com. In vielen Kommentaren können Nutzer nicht glauben, dass die Börse den Handel mit dem Coin anbietet.

"Warum tut ihr das?", so die Reaktion des Besitzers des beliebten Kryptowährungs-Podcasts Colin Talks Crypto.