Anwendungsfall

Bevor das Internet uns Hundevideos und die Facebook-Updates von der Großmutter ermöglichte, war ein Geldverlust ein traumatisches Erlebnis. Wenn Ihnen 20 Euro aus der Tasche fielen, bedeutete das, dass Sie das Geld wahrscheinlich nie wieder sehen würden - alles, was blieb, war das unverwechselbare Gefühl von Dummheit.

Zumindest in der Fiat-Welt ist es etwas schwieriger geworden, Geld zu verlieren. Zentralisierte Institutionen ermöglichen es, Benutzernamen und Passwörter im Handumdrehen wiederherzustellen. Man beantwortet ein paar Sicherheitsfragen oder zeigt seinen Ausweis vor und hat wieder Zugriff. Hilfe gibt es sogar dann, wenn Sie Geldscheine in einem Feuer verbrennen. Eine Spezialabteilung setzt diese wieder zusammen und tauscht sie gegen druckfrische neue Banknoten aus.

Leider ist das eine Hürde, mit der die Kryptoindustrie schwer zu kämpfen hat - und in einigen Fällen waren die Folgen sehr teuer.

Der Besitz einer Kryptowährung hängt davon ab, wer die privaten Schlüssel zu diesen Vermögenswerten besitzt. Aus diesem Grund sind sie viel wichtiger, als es ein Passwort je sein könnte. Das Speichern dieser Codes in der Cloud kann katastrophal sein, wenn man gehackt wird. Sie auf dem Handy zu haben, kann wiederum verheerend sein, wenn das Gerät verloren geht, gestohlen oder beschädigt wird. Krypto-Enthusiasten haben den Rat von Experten befolgt, indem sie so schlau waren, sie offline aufzubewahren - sei es mit einem USB-Stick oder gar einem altmodischen Blatt Papier. Doch es kam bereits vor, dass sie vergessen, wo sie diese hingelegt haben oder diese weggeworfen haben, ohne zu bemerken, das der Schlüssel darauf war.

Derartige Horrorgeschichten sind gut dokumentiert - auch auf Cointelegraph. Wir erinnern an dieser Stelle an einen Waliser, der eine Festplatte mit 7.500 Bitcoin (im Wert von etwa 41 Mio. Euro nach heutigem Kurs) weggeworfen hat. Und vergessen wir nicht den anonymen Australier, der befürchtet, dass seine Frau ausrasten wird, nachdem ein billig hergestellter USB-Stick, auf dem Tausende von Bitcoins waren, einfach kaputt ging. Genau wie seine Träume von unermesslichem Reichtum.

Meistens kann man nichts tun, wenn private Schlüssel verloren gehen. Es ist vielleicht keine Überraschung, dass eine digitale Forensik-Firma letztes Jahr schätzte, dass vier Millionen Bitcoins für immer verloren sind. Aber obwohl es für diejenigen, die bereits ein Vermögen verloren haben, ein wenig zu spät sein könnte, kommt allmählich eine neue Technologie auf, die den Menschen helfen soll, ihre privaten Schlüssel wiederherzustellen (und hoffentlich wird diese ein wenig effektiver als Hypnose).

Privaten Schlüssel speichern

Einige Blockchain-Plattformen glauben, dass "Zero-Knowledge-Nachweise" (engl. etwa "Kenntnislosigkeit") - ein relativ neues Konzept in der kryptographischen Welt, das in den 1980er Jahren entstand - die Einstellung gegenüber privaten Schlüsseln verändern könnten. Damit sollen sie ohne eine Beeinträchtigung der Sicherheit wiederhergestellt werden können.

Das Konzept lässt sich folgendermaßen erklären: Man ist in der Lage, jemandem zu beweisen, dass man etwas weiß, ohne tatsächlich zu enthüllen, was man weiß.

Ein bekanntes Beispiel dafür ist "Zwei Bälle und der farbenblinde Freund". Stellen wir uns vor, Sie hätten einen grünen und einen roten Ball - in jeder Hinsicht identisch, abgesehen von der Farbe - und einen Freund, der diese nicht unterscheiden kann. Dennoch möchten Sie beweisen, dass es sich um verschiedene Farben handelt.

Ihr farbenblinder Begleiter würde die Bälle hinter seinem Rücken halten - und dann einen hervorholen. Er würde die Bälle dann wieder hinter seinem Rücken halten, einen herausholen und fragen: "Habe ich die Bälle vertauscht?"

Da die Farben unterschiedlich sind, könnten Sie ganz einfach sagen, ob es einen Wechsel gab oder nicht. Er jedoch könnte das nicht unterscheiden. Die mehrmalige Wiederholung dieses Prozesses würde Ihrem Freund dabei helfen, zu erkennen, dass es sich um verschiedene Farben handelt, weil Sie immer richtig antworten. Entscheidend ist, dass Sie nie verraten, welcher Ball grün und welcher rot ist.

SovereignWallet verwendet eine Zero-Knowlegde-Verschlüsselung, um es seinen Benutzern zu ermöglichen, ihre privaten Schlüssel wiederherzustellen. Das funktioniert mittels einer App, die man auf einem anderen Smartphone herunterlädt, falls das Gerät, dass man normalerweise verwendet, verloren oder kaputt geht. Das ist möglich, da der Schlüssel mit Passwort und PIN verschlüsselt wird - und sicher auf dem Server des Netzwerks gespeichert wird. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, private Schlüssel abzurufen, indem man die mnemonischen Wörter, die bei der Erstellung dieser Codes generiert werden, nochmals eingibt

Es gibt eine Plattform, die es ermöglicht, Krypto im Messenger-Stil zu übertragen, und die ein Gleichgewicht aus Sicherheit auf Bankniveau und Benutzerfreundlichkeit schafft. Diese Plattform glaubt, dass die Blockchain-Technologie dazu beitragen könne, die Kosten für Überweisungen zu senken, über die ausländische Arbeitnehmer Geld über Grenzen hinweg zu ihren Familien nach Hause schicken.

Schutz von Vermögenswerten

Natürlich haben Kryptowährungsbesitzer bei jedem Mechanismus, der es ihnen ermöglicht, ihre privaten Schlüssel wiederzuerlangen - so sehr man einen solchen auch begrüßt - ihre Bedenken. Es besteht ja möglicherweise die Gefahr, dass ihr Geld von bösartigen Leuten gestohlen wird. Deshalb ist der Zero-Knowledge-Aspekt bei solchen Maßnahmen von entscheidender Bedeutung.

Um auf das Beispiel des farbenblinden Freundes zurückzukommen, stellen Sie sich vor, dass der rote und der grüne Ball Passwörter darstellen. Und Sie sind dabei die einzige Person auf der Welt, die die Farben sehen kann. Das würde bedeuten, dass ein Betrüger, der versucht, das gleiche Experiment durchzuführen, und den farbenblinden Freund zu überzeugen, letzten Endes zu viele Fehler beim Wechselexperiment machen würde. Damit kann er diesen nicht überzeugen - weil er eben die Farben auch nicht kennt.

SovereignWallet nutzt auch maschinelles Lernen als Sicherheitsmaßnahme in seiner Infrastruktur. Auf diese Technologie verlassen sich auch Unternehmen wie Palantir, der von Peter Thiel gegründete Silicon Valley Tech-Riese.

Anstatt sich nur auf einen Benutzernamen und ein Passwort zu verlassen, überwacht die Krypto-Wallet das Benutzerverhalten und greift bei einer Auffälligkeit ein. Eine zusätzliche Authentifizierung ist erforderlich, wenn sich ein Benutzer an einem neuen Gerät anmeldet, und wenn diese zusätzlichen Maßnahmen erfolgreich durchgeführt wurden, wird der Benutzer automatisch von den Smartphones abgemeldet, die er zuvor verwendet hat. SovereignWallet hat sich zum Ziel gesetzt, eine "intelligente Anwendung zu sein, die denken kann und sich nicht leicht täuschen lässt". Das wird mittels einer Reihe von anderen Funktionen gewährleistet. Etwa durch eine Technologie, die die Nutzung der App auf Computer-Emulationsprogrammen anstelle eines echten Smartphones verhindert.

 

Haftungsausschluss. Cointelegraph unterstützt keine Inhalte oder Produkte auf dieser Seite. Wir wollen ihnen zwar alle wichtigen Informationen, an die wir kommen können, geben, aber Leser sollten selbst recherchieren, bevor sie handeln. Sie sollten die volle Verantwortung für ihre Entscheidungen tragen. Dieser Artikel soll keine Investment-Beratung darstellen.

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