Die indische Regierung "bewertet" die Möglichkeit, eine staatlich unterstützte Kryptowährung auszugeben. Das geht aus einem Bericht vom Mittwoch, 10. Oktober, des lokalen Nachrichtenportals Quartz India, unter Berufung auf Quellen hervor.
Ein ungenannter "ranghoher Beamter" hat gegenüber Quartz gesagt, dass die Regierung ein Gremium eingerichtet hat, das Fragen zu Kryptowährungen und Blockchain diskutieren werde. Während die Regierung laut dieser Quelle von Quartz versucht, Blockchain-Studien zu "fördern", ist die Einführung einer staatlich unterstützten Kryptowährung nur eine Option, die in Betracht gezogen werde.
Von der Quelle hieß es ebenfalls, dass das Gremium neue Änderungen am bestehenden Gesetzesentwurf über Kryptowährungen diskutieren werde. In einem der Vorschläge heißt es Berichten zufolge, das der Besitz von Kryptowährungen ohne Zustimmung der Regierung zu einer Straftat erklärt werden soll.
Das Gremium wurde im Dezember 2017 vom indischen Finanzministerium ins Leben gerufen. Es soll über die Krypto-Regulierung im Land diskutieren, so Quartz. Es wird erwartet, dass es seinen Bericht bis Ende 2018 vorlegt.
Die Notenbank von Indien (RBI) hat erstmals Anfang April ein Verbot für Banken angekündigt, Bankdienstleistungen für Benutzer von Kryptowährungen zu erbringen. Innerhalb eines Tages enthüllte die RBI, dass sie Möglichkeiten erforsche, ihre eigene digitale Währung herauszugeben. Trotz des Interesses der Regierung an der Einführung einer eigenen Kryptowährung, ist das Verbot am 6. Juli in Kraft getreten.
Am Obersten Gerichtshof Indiens wurden mehrere Petitionen gegen die Entscheidung der RBI eingereicht. Die letzte von diesen soll Ende September geprüft werden.
Venezuela war das erste Land weltweit, das eine staatlich unterstützte Kryptowährung einführte. Der Petro, ein digitaler Vermögenswert, der durch Öl, Gold, Eisen und Diamanten unterstützt werden soll, wurde erstmals am 4. Dezember 2017 vom Präsidenten Nicolas Maduro angekündigt.
Jedoch heißt es in einem aktuellen Bericht von Reuters, dass es keine Lebenszeichen des Petro in Venezuela gebe. Das US-Kulturmagazin Wired bezeichnete die venezolanische Kryptowährung als "Trick".
Auch der Iran und China erwägen die Einführung eigener staatlich unterstützter digitaler Währungen. Der iranische Minister für Informations- und Kommunikationstechnologie stellte im Februar diese Idee vor und erklärte, dass das Verbot des Krypto-Handels im Lande nicht für den von der Regierung ausgegebenen Coin gelten würde. Unterdessen hat ein Experte der chinesischen Zentralbank kürzlich die Regierung des Landes dazu aufgerufen, die Einführung einer eigenen stabilen Kryptowährung (Stablecoin) in Betracht zu ziehen.
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