Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) und der Rat für Finanzstabilität (FSB) haben beide im Vorfeld des Treffens der Finanzminister und Zentralbankpräsidenten der G20 am 23. und 24. Oktober eine Reihe von Papieren veröffentlicht.
Brasilien, das 2024 den Vorsitz der G20 innehat, hat wie Indien im vergangenen Jahr eine Diskussion über digitale Währungen gefordert.
Sowohl die BIZ als auch das FSB veröffentlichten am 22. Oktober Papiere zur Tokenisierung. Obwohl ihre Studien unabhängig voneinander durchgeführt wurden, schnitten die BIZ und das FSB ähnliche Themen an.
Tokenisierung: Neue Technologie, ähnliche Behandlung?
Beide Papiere waren weitgehend Überblicke, jedoch wurden zwei Ideen hervorgehoben: Tokenisierung ist selten und nicht vollständig verstanden, und sie birgt neben den gleichen Risiken wie im traditionellen Finanzwesen auch ein paar ganz eigene. Das FSB erklärte dazu:
"Es gibt keine allgemein anerkannte Definition für Tokenisierung und der Begriff wurde im Zusammenhang mit verschiedenen Initiativen nicht einheitlich verwendet."
Das FSB warf Fragen wie Liquidität und Laufzeitinkongruenz, Hebelwirkung, Preis und Qualität von Vermögenswerten, Verflechtung und operationelle Anfälligkeit auf. "Aufgrund ihres geringen Umfangs stellt die Tokenisierung derzeit kein wesentliches Risiko für die Finanzstabilität dar", heißt es weiter. Die BIZ sagte dazu:
"Die bekannten Risiken bestehender Systeme gelten auch für die Tokenisierung, z. B. in Bezug auf Kredit- und Liquiditätsrisiken, Verwahrung, Zugangsrichtlinien, operative und Cyber-Risiken."
"Diese Risiken können sich aufgrund der Auswirkungen des Token-Designs auf die Marktstruktur auf unterschiedliche Weise verwirklichen, z. B. durch eine Veränderung der Rollen, die Intermediäre spielen, wenn zuvor getrennte Funktionen auf einer Plattform kombiniert werden", heißt es weiter.
Die BIZ kam zu dem Schluss, dass die Tokenisierung neben den Risiken auch potenzielle Vorteile für Sicherheit und Effizienz bieten kann. Das FSB empfahl mehr Überwachung und Informationsaustausch. Beide empfahlen den Zentralbanken, sich Gedanken darüber zu machen, wie sie das regulieren könnten.
Quelle: Swift
Internationale Angleichung der Interessen
Indien unterstützte die Empfehlungen des FSB für einen globalen Regulierungsrahmen für Kryptowährungen, als es noch die G20-Präsidentschaft innehatte. Das Land äußerte auch den Wusch nach mehr internationaler Regulierung.
Auch das FSB hat die Tokenisierung als eine seiner regulatorischen Prioritäten für 2024 festgelegt. Die BIZ hat zahlreiche Tokenisierungsprojekte in ihrem Innovation Hub, an denen viele Zentralbanken weltweit beteiligt sind.
Melde dich bei unseren Sozialen Medien an, um nichts zu verpassen: X, YouTube, Instagram und Telegram – aktuelle Nachrichten, Analysen, Expertenmeinungen und Interviews mit Fokus auf die DACH-Region.