Ist eine globale Front für Bitcoin-Regulierung möglich?

An einem Tag, an dem weiterhin verwirrende Meldungen aus Südkorea und China zu neuen geplanten Verboten und Einschränkungen in Bezug auf Bitcoin kommen, ruft ein Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank zu einer vereinten internationalen Regulierungsfront auf.

Joachim Wuermeling von der Deutschen Bundesbank glaubt, dass die Chancen, dieses digitale, globale Phänomen zu zügeln sehr gering sind, wenn sich die Regeln weltweit von Land zu Land unterscheiden. Mit einer internationalen Zusammenarbeit bei der Bitcoin-Regulierung, hätten Regulierungsbehörden die Möglichkeit, die Kontrolle zu bekommen, sagt Wuermeling.

Die Auswirkungen einer Regulierung

In letzter Zeit stieg der Regulierungsdruck für Bitcoin und andere Kryptowährungen immer weiter und das hat man auf dem Markt auch gespürt. Die Verwirrung, deren Auslöser Korea war, hat einen starken Sinkflug verursacht und allein schon die Widerrufung dieser Aussagen half dem Markt zu wachsen.

Innerhalb dieser Regulierungsschritte von einzelnen Ländern sieht man oft enorme Schritte weltweit auf dem gesamten Kryptowährungsmarkt. Aber diese sind nie wirklich groß genug, um den Markt vollständig unter Kontrolle zu bekommen.

Das sind Einzelfall-Regelungen und diese Beispiele allein sind nicht stark genug, um den freilaufenden Kryptowährungsmarkt in Zaum zu halten.

“Eine effektive Regulierung von virtuellen Währungen ist daher nur durch die engste internationale Zusammenarbeit möglich, denn die Regulierungsbefugnis eines einzelnen Staates ist natürlich begrenzt" sagte Wuermeling.

Zwei Seiten einer digitalen Münze

Das Problem ist, dass es zwei grundlegend verschiedene Seiten für die Regulierung von Bitcoin gibt und diese Ansichten sich von Land zu Land unterscheiden können.

Japan ist einer der stärksten Befürworter des digitalen Währungsmarkts und hat dem Bitcoin letztes Jahr den Status einer Währung verliehen. Doch nur ein kleines Stück über das Meer von Japan entfernt, auf dem Festland, hat China die führende Rolle im Krieg gegen Bitcoin.

Zuerst das ICO-Verbot, dann das Börsenverbot und nun gibt es noch mehr schlechte Nachrichten für diejenigen, die auch nur Börsen-ähnliche Dienste in Anspruch nehmen.

Es ist schwierig, eine Übereinkunft in Sachen Digitalwährungen zu finden, besonders für Länder, in denen die Meinungen der Bevölkerung sich so stark voneinander unterscheiden. Das ist einer der Gründe, warum eine Regulierung so schwierig ist.

Ist eine Regulierung nötig?

Es wird auch darüber diskutiert, ob das überhaupt notwendig ist, da eine Regulierung scheinbar im Widerspruch zu dem steht, was Bitcoin mit seiner Dezentralisierung erreichen möchte. Cal Evans, ein Anwalt in Sachen internationaler Technologie aus London sagt:

"Im Laufe des "Erwachsenwerdens" der Kryptowährung musste sie international Konformitäts- und Regulierungsprobleme überwinden. Die Regulierungsprobleme sind zahlreich, je nachdem in welchem Land man das liest. Doch ein Problem scheint dabei jedes Mal aufs Neue unterzugehen. Geldwäsche."

Auch der Wirtschaftsprofessor an der Kingston Universität in London Steve Keen äußert ähnliche Bedenken zu den kriminellen Möglichkeiten, die eine unregulierte Währung birgt.

"Man kann nicht unreguliert in einem System sein, in dem es kriminelle Angriffe geben wird. Der Code selbst ist eindeutig nicht narrensicher. Leute werden sich diese Fähigkeiten aneignen und dann werden ihnen Begrenzungen aufgezwungen, ob sie wollen oder nicht. In diesem Fall wäre eine Regulierung wohl die einzige Zukunftsperspektive."

Ist das möglich?

Es ist liegt wohl klar auf der Hand, dass es Bitcoin und andere Kryptowährungen weiterhin in Formen geben wird, die den Regulierungsbehörden nicht gefallen werden, es sei denn, es gibt eine vereinte Front, um die Wirtschaft der digitalen Währungen unter globale Kontrolle zu bringen.

Selbst die Verbote in China haben sich lediglich als Bodenschwellen erwiesen. Bitcoiner und ähnlich Denkende können immer einen Weg finden.

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