Der in Tokio ansässige Technologie-Konzern Hitachi und das Telekom-Unternehmen KDDI führen gemeinsame Tests zu einem neuen Kundenbonussystem durch, das Blockchain und Biometrie kombiniert. Dies geht aus einem Cointelegraph Japan Bericht vom 26. Juli hervor.
In dieser Woche nehmen Mitarbeiter von beiden Firmen an einem Experiment teil, das sie zuerst in ein KDDI Geschäft im Shinjuku Distrikt führt und anschließend in einen nahegelegenen Donut-Laden.
Im Test werden die Hpyerledger Fabric Plattform von Hitachi mit biometrischer Erkennungssoftware und dem Kundenbonussystem von KDDI verbunden. Dazu müssen die Nutzer zuerst ihre biometrischen Daten und Bonuspunkte im KDDI Geschäft registrieren und dann die entsprechende Gutschrift im Donut-Laden einlösen, indem sie per Fingerabdruck den Kauf verifizieren.
Wie Hitachi in der entsprechenden Pressemitteilung erklärt, werden im Gegensatz zu üblichen biometrischen Verarbeitungssystemen die Daten im Testverfahren verschlüsselt und sind dann Teil eines größeren, öffentlichen Schlüssel-Authentifizierungssystems.
Die biometrischen Daten der Nutzer, das Kundenguthaben und der Transaktionsverlauf werden auf der Blockchain abgespeichert. Ausgewählte Einzelhändler können als Knotenpunkte (Nodes) ins Netzwerk eingebunden werden, die Fingerabdrücke der Kunden scannen und damit die Transaktionsanfragen abwickeln.
Hitachi sagt, dass es anstrebt ein manipulationssicheres System einzusetzen, um darüber in Echtzeit die Kundenguthaben über verschiedene Geschäfte hinweg auf aktuellem Stand zu halten.
Die Idee Blockchain mit Biometrie zu kombinieren, um ein unveränderbares und sicheres Identifizierungssystem aufzubauen, ist schon seit längerer Zeit im Umlauf, wobei die Befürworter gerne die vielen Vorteile hochhalten. Krypto-Veteran und Sicherheitsexperte Andreas M. Antonopoulos hat allerdings schon 2016 Zweifel daran geäußert:
„Durch die Einbindung in eine Blockchain wird die Unwiderruflichkeit von Biometrie mit der Unabänderbarkeit von Blockchain verbunden, was den Umgang mit gefälschten biometrischen Daten noch schwieriger macht. Des Weiteren, auch wenn eine biometrische Registrierung nicht unmittelbar die Anonymität beeinträchtigt, kann damit trotzdem eine statistische Analyse der Aktivitäten durchgeführt werden, sollte dann jedoch einzelne Daten offengelegt werden, könnte dies die gesamte Datensicherheit gefährden.“
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