Japanisches Unternehmen testet Bitcoin-Zahlungen im Lightning Network

Die Chubu Electric Power Company, der drittgrößte Stromversorger in Japan, hat sich mit dem Internet of Things (IoT)-Start-Up Nayuta Inc und der Softwarefirma Infoteria zusammengetan. Bei dieser Partnerschaft soll mit der Möglichkeit experimentiert werden, die Blockchain-Technologie bei der Aufzeichnung von Aufladungen von Elektrofahrzeugen (EV) und Plug-in-Hybriden zu nutzen. Das Lightning Network soll für Mikrozahlungen für den Strom verwendet werden, wie TechCrunch Japan berichtet.

Ein Teil des Plans der Chubu Electric Power Company ist es eine neue Art von "kollektivem Gehäuse" zu schaffen. Darin soll eine Ladekomponente für Elektrofahrzeuge enthalten sein. Gleichzeitig führt das Unternehmen Tests auf der Blockchain-Ebene und der zweiten Schicht der Skalierungslösung auf der Lightning-Network-Ebene durch, um dieses Projekt voranzubringen.

Nayutas Entwicklung einer Ladestation, die mit Blockchain kompatibel ist, in Kombination mit Infoterias Entwicklung einer Tandem-Mobilanwendung, bedeutet, dass Nutzer theoretisch den Ladeverlauf des Elektrofahrzeugs sehen können. Und zwar so, wie er in der Blockchain aufgezeichnet wurde. Das geht aus Angaben der lokalen Nachrichtenagentur The Denki Shimbun hervor.

Eine Blockchain-Aufzeichnung von elektrischen Ladungen auf einer benutzerfreundlichen mobilen App ermöglicht es laut der lokalen Nachrichtenagentur Chuden, "ein sehr zuverlässiges Lademanagementsystem mit geringen Einführungskosten zu betreiben". Ein Beispiel für die niedrigen Kosten ist, dass ein Besitzer eines Elektrofahrzeugs mit dieser Technologie ein Ladesystem in seiner Wohnung installieren kann. Das ist ein wesentlicher Bestandteil des Plans für ein kollektives Gehäuse von Chubu Electric.

Laut TechCrunch Japan verwendet Nayuta, obwohl das Lightning Network bereits in mehreren anderen Formen implementiert wurde, seine eigene, unabhängig entwickelte Open-Source-Software für die Mikrozahlungsexperimente für das Laden von Elektrofahrzeugen.

Kenichi Kurimoto, der CEO von Nayuta, sagte gegenüber Cointelegraph, dass die Protokollentwicklung in seinen Augen eine Open-Source-Aktivität sei.

Auf die Frage, inwiefern das Lightning Network für dieses Projekt relevant ist, sagte Kurimoto laut TechCrunch Japan, dass "es enorme Transaktionen auch in Echtzeit bewältigen kann:"

"In der IoT-Industrie gibt es eine riesige Anzahl an Transaktionen. Es wäre möglich, dass das Lightning Network eine größere Anzahl von Transaktionen verarbeiten kann als in der Cloud."

Kurimoto sagte gegenüber Cointelegraph, dass die Zusammenarbeit experimentellen Zwecken diene. Eine geschäftliche Zusammenarbeit solle erst diskutiert werden, wenn das Experiment abgeschlossen ist.

Nayuta hat zwei verschiedene Arten von Steckdosen für das Aufladen von Elektrofahrzeugen und für Bitcoin-Zahlungen entwickelt: Das eine ist eine Steckdose, die im Jahr 2015 entwickelt wurde und für ein Zero-Confirmation-Zahlungssystem modifiziert wurde. Diese hat eine Pseudo-SPV-Wallet-Software auf einem Mikrocontroller. Die andere ist mit einer Lightning Network-Software namens "Ptarmigan" ausgestattet, die Nayuta derzeit entwickelt. 

LN Socket A

Kurimoto sagte gegenüber Cointelegraph, dass Infoteria einen Prototyp für eine Smartphone-App zur Bedienung des ersten Typs entwickelt hat.

Beim Experiment für die zweite Art von Steckdose wurde in Echtzeit bezahlt. Dabei wurde ein geschlossenes Netzwerk, bestehend aus "ptarmigan"-Noden und anderer "Lightning Network-spezifischer Software (BOLT), auf Testnet konfiguriert", schrieb Kurimoto.

Kurimoto schreibt weiter: "Ptarmigan macht es möglich, eine Lightning Network-Transaktion mit c-Lightning, lnd, Eclair in einem geschlossenen Netzwerk auf Testnet durchzuführen. Und das, obwohl wir das noch weiter entwickelt haben:"

"Mit der Entwicklung von Ptarmigan werden wir weiterhin entwickeln und experimentieren, um herauszufinden, welche Art von Architektur die beste ist, um Lightning Network für IoT anzuwenden."

Er fügt hinzu, dass sie auch an einer Lösung arbeiten, die mit dem Bitcoind 0.16-Protokoll funktionieren wird. Doch bisher ist nur Bitcoind 0.15 verfügbar. Eine Anleitung zur Verwendung von "Ptarmigan" ist auf GitHub verfügbar.

Obwohl Chubu Electric Power die Wirksamkeit ihrer Experimente bisher bestätigt hat, sagte Hidemi Noda, der Leiter der Forschungsplanungsgruppe der Entwicklungsabteilung von Chubu Electric Power Technologies, laut The Denki Shimbun:

"Diese Verifizierung ist der erste Schritt. Ich möchte den Service verbessern, indem Probleme identifiziert werden und das System verbessert wird."

Die Blockchain-Technologie wurde bereits für Aufzeichnungen bei Autos verwendet. Ende Februar kündigte die Straßen- und Transportbehörde in Dubai Pläne für ein Blockchain-basiertes System zur Verfolgung der Fahrzeuglebensdauer an.

Eine innovative Verwendung von Zahlungen im Lightning Network hat es kürzlich in die Nachrichten geschafft. Denn der Mann, der in der weltweit ersten dokumentierten Bitcoin (BTC)-Transaktion für ein physisches Produkt eine Pizza gekauft hat, hat zwei weitere Pizzas gekauft und dabei das Lightning-Netzwerk genutzt.