Das Momentum durch Krypto-ETFs, Stablecoins, Tokenisierung und klarere Regulierung wird sich laut David Duong, Leiter der Investmentanalyse bei Coinbase, im Jahr 2026 verstärken und die Adoption von Kryptowährungen beschleunigen.
In einem am Mittwoch auf X veröffentlichten Jahresrückblick erklärte Duong, dass im Jahr 2025 börsengehandelte Spot-ETFs einen regulierten Zugang zu Kryptowährungen geschaffen hätten, digitale Vermögenswerte als neue Bilanzinstrumente für Unternehmen entstanden seien und Tokenisierung und Stablecoins tiefer in die zentralen Finanzabläufe vorgedrungen seien.
„Wir gehen davon aus, dass sich diese Kräfte im Jahr 2026 verstärken werden, da die Genehmigungsfristen für ETFs verkürzt werden, Stablecoins eine größere Rolle in Delivery-vs-Payment-Strukturen (DvP) spielen und tokenisierte Wertpapiere in traditionellen Transaktionen eine breitere Anerkennung finden“, betonte er.

Die weltweite Adoption von Kryptowährungen war in den letzten Jahren stabil und lag laut der Analyseplattform Demand Sage zwischen 10,3 % im ersten Quartal 2023 und 9,9 % im ersten Quartal 2025.
Regulierung als Grundvoraussetzung
Klarere globale Rahmenbedingungen waren laut Duong eine wichtige Entwicklung im Jahr 2025, die den Wandel der Kryptowährungen von einem Nischenmarkt zu einer aufstrebenden Säule der globalen Marktinfrastruktur vorantrieb und die Herangehensweise von Institutionen an Strategie, Risiko und Compliance veränderte.
Die USA haben sich dabei mit dem GENIUS Act zunächst auf die Überwachung von Stablecoins und die Klärung der Marktstruktur konzentriert, während Europa seine fragmentierte Krypto-Regulierung in Form der Markets in Crypto-Assets, besser bekannt als MiCA, konsolidiert hat.
„Die praktische Konsequenz ist echte Einsatzbereitschaft: bessere politische Leitplanken, die Produktinnovationen, Marktreifung und die Einbettung von Krypto-Rails in Zahlungen und Abwicklung ermöglichen. Dies ist die Grundlage, auf der die nächste Phase der institutionellen Adoption aufgebaut wird“, prognostizierte der Experte.
Er fügte hinzu, dass „politische Klarheit, institutionelle Architektur und eine breitere Marktbeteiligung dazu beitragen, Kryptowährungen zu einem Teil des Finanzkerns zu machen“, und wenn die Branche qualitativ hochwertige Produkte, eine verantwortungsvolle Regulierung und ein nutzerorientiertes Design bietet, „können wir dazu beitragen, dass die nächste Innovationswelle alle Menschen überall und jederzeit erreicht“.
Nachfrage basiert auf vielen Säulen
Im Gegensatz zu den Anfängen der Kryptowährungen ist auch die Investorenbasis heute weitaus vielfältiger und wird nicht mehr nur von Early Adopters dominiert. Vielmehr prägen heute ein breiteres Spektrum von Kapitalanlegern und Endnutzern die Gesamtnachfrage, was zu einer bedeutenden Marktverschiebung geführt hat, so Duong.
„Die Nachfrage hängt nicht mehr von einem einzigen Narrativ ab, sondern spiegelt das Zusammenspiel von Makroökonomie, Technologie und Geopolitik wider und basiert zunehmend auf einer langfristigen, strategischen Sicht, die durch die zunehmende Integration von Kryptowährungen in das Mainstream-Finanzwesen gestützt wird“, sagte er.
„Letztendlich glauben wir, dass diese Veränderung zu mehr beständigem Kapital und weniger rein spekulativen Umschichtungen führen wird.“

