Kryptobörse Cryptopia: Liquidatoren veröffentlichen Bericht

Die Liquidatoren der inzwischen außer Betrieb gesetzten neuseeländischen Kryptobörse Cryptopia haben einen ersten Bericht über den Stand in dem Unternehmen veröffentlicht, wie aus Dokumenten hervorgeht, die am 31. Mai veröffentlicht wurden.

Grant Thornton, der Liquidator, der Cryptopia kürzlich zugeteilt wurde, hat eine Schätzung zur finanziellen Lage des Unternehmens veröffentlicht. Darin heißt es, dass die gehackte Börse ihren Gläubigern umgerechnet insgesamt 3,78 Mio. Euro schulde.

Dem Bericht zufolge gebe es 69 ungesicherte Gläubigerforderungen in Höhe von umgerechnet insgesamt 2,19 Mio. Euro. Die Liquidatoren fügten hinzu, dass sie weitere Forderungen erwarten und der Betrag sich erhöhen würde.

Im Bericht heißt es auch, dass die Mitarbeiter Anspruch auf rund 385.000 Euro hätten.

In einer begleitenden Pressemitteilung erklärte Thornton, dass die Börsenliquidatoren David Ruscoe und Russell Moore noch dabei seien, die Krypto-Vermögenswerte, die Mitte Januar beim Hackangriff auf Cryptopia gestohlen wurden, sicherzustellen und wiederzufinden.

Im Bericht heißt es, dass die Liquidatoren einen Gerichtsbeschluss der neuseeländischen Gerichte erwirken konnten, der sie ermächtigt, bestimmte Krypto-Vermögenswerte zur Wiederherstellung und Erhaltung von Vermögenswerten zu verwenden. Thornton fügte hinzu, dass sie nach dem derzeitigen Stand der Untersuchung kein Datum angeben könnten, an dem die Liquidation abgeschlossen sein wird.

Der Rechtsexperte erklärte:

"Wir haben den Ärger der Kunden von Cryptopia zur Kenntnis genommen und können diesen auch nachvollziehen. Da es in Neuseeland und weltweit keinen Präzedenzfall für Krypto-Vermögenswerte gibt, wird die Verteilung dieser Vermögenswerte und die gesamte Durchführung der Liquidation eine bedeutende Wegweisung seitens der neuseeländischen Gerichte erfordern".

Cryptopia war Anfang 2019 einem großen Hackangriff zum Opfer gefallen. Geschätzt wurden etwa 14,3 Mio. Euro gestohlen. Nach der Ernennung zum Liquidator der Börse warnte Thornton, dass die Gläubiger Monate anstelle von Wochen warten müssten, um ihr Geld zurückzubekommen.

Vor kurzem fanden Analysten heraus, dass Hacker einen Teil der Gelder, die von Cryptopias gestohlen wurden, auf eine andere Krypto-Börse verschoben hätten.